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Das NHK Symphonieorchester spielt Berlioz

24. April 2015 - 11:39 Uhr

Samstag, 25. April 2015 / 20:15 – 22:05 Uhr
3sat

Konzert (Österreich 2013, Erstausstrahlung) Das japanische NHK Symphony Orchestra spielte 2013 bei den Salzburger Festspielen unter anderem das Auftragswerk "Klage" von Toshio Hosokawa als Memorial zur Katastrophe von Fukushima. Für das Orchester und den Dirigenten Charles Dutoit war es der erste Auftritt in Salzburg. Die Solisten waren Anna Prohaska (Sopran), Kakujo Nakamura (Biwa), Kaoru Kakizakai (Shakuhachi).

NHK Symphony Orchestra

NHK Symphony Orchestra

Dutoit ist seit 1996 mit dem Klangkörper eng verbunden und leitete die Europa-Tournee, die das Orchester zu den Festspielen führte. Der in Lausanne geborene Schweizer mit Wohnsit in Kanada, jahrzehntelang Musikdirektor des Montreal Symphony Orchestra, ist regelmäßig bei den großen amerikanischen Orchestern zu Gast.

Die "ehrenvolle Einladung" nach Salzburg war verbunden mit der Uraufführung eines Auftragswerks der Salzburger Festspiele: Toshio Hosokawa schrieb, als tönendes Memorial zur Tsunamikatastrophe von Fukushima, "Klage" für Sopran und Orchester auf ein Gedicht von Georg Trakl. Dass dazu auch noch Alt- und Lehrmeister Toru Takemitsu (1930-1996) mit "November Steps" zu Wort kommt, freute den Dirigenten besonders. Da könne man eines der Schlüsselwerke des zeitgenössischen japanischen Repertoires hören, das auch japanische Instrumente wie Biwa und Shakuhashi einsetze. Hosokawa wiederum verwende ein Set von kleinen Tempelglocken. "Das sind schon verbindende Spezifika." Als klassisches Stück steht die "Symphonie fantastique" von Berlioz auf dem Programm, ein Kernwerk auch für Dutoit. Der Besuch in Salzburg mache ihn und das Orchester "besonders stolz und glücklich".

1926 in Tokio gegründet, wird das NHK Symphony Orchestra seit Anfang der 1950er Jahre von der japanischen Rundfunkanstalt finanziert. "Es ist ein traditionsreiches Ensemble, das sich anfangs sehr nach Europa, insbesondere nach Deutschland orientierte, das deutsche Repertoire pflegte", so Charles Dutoit. Die Japaner sind besessen von klassischer Musik, und Herbert von Karajan zum Beispiel hatte in Japan immer leichtes Spiel. Kein Wunder, dass er auch das geschichtsträchtigste Orchester Asiens dirigierte. Als sich der Musikbetrieb mit prägenden Dirigenten wie Joseph Keilberth, Ferdinand Leitner oder Ernest Ansermet internationalisierte, orientierte sich auch das NHK Symphony Orchestra zunehmend international.

(pt/wa)

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