Dresdner Semperoper trotz Besucherminus zufrieden

10. Juli 2015 - 18:38 Uhr

Dresden – Die Dresdner Semperoper wird die aktuelle Spielzeit mit weniger Besuchern als in der Saison 2013/14 abschließen. Aktuell seien es gut 291.000, und obwohl noch bis Dienstag gespielt werde, könnten die 308.000 wohl nicht mehr erreicht werden, sagte der kommissarische Intendant der Sächsischen Staatsoper, Wolfgang Rothe, am Freitag. Allerdings gab es diesmal elf Vorstellungen weniger. Zudem habe Pegida, das in Dresden begründete und seit Ende 2013 präsente islamkritische Bündnis, das Team "sehr bewegt", auch wenn eventuelle Nachteile für die Bilanz nicht belegbar seien.

Semperoper

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Die Auslastung der 380 Konzerte, Opern- und Ballettaufführungen – darunter neun Opernpremieren – , Matineen, Kammerabende und kleineren Veranstaltungen lag laut Rothe bei knapp 91 Prozent; 2014/15 waren es 91,7 Prozent. Die Hälfte des Publikums kommt aus Dresden und Sachsen, ein Fünftel hat ein Abonnement. Das Haus bewege sich damit bundesweit in der Spitzengruppe. Mit einem Eigenanteil von gut 40 Prozent am Budget sei sie gar "on top", noch vor München. "Die Einnahmenerwartung ist sehr hoch bei uns, wir sind ein Stück weit zum Erfolg verdammt."

Laut Rothe gab es nach Pegida zwar Stornierungen und eine gewisse Zurückhaltung beim Kartenkauf. Die Auswirkungen zeigten sich aber erst in der nächsten Spielzeit, wobei der Zusammenhang dann schwer belegbar sei. Als die Vereinnahmung der Semperoper als Kulisse für Pegida drohte, "mussten wir zeigen, dass wir anders denken", sagte Rothe, obwohl es auch in der Belegschaft Sympathie für deren Thesen gebe. Das sei auch eine Gelegenheit gewesen zu zeigen, welche gesellschaftliche Relevanz Theater habe.

(dpa/MH)

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http://www.semperoper.de

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