Oboistin Marie Lesch: "Unterricht ein besonderer Luxus"

16. Juli 2015 - 10:00 Uhr

Weimar – Bereits vor dem Abschluss ihres Diplomstudiums erhielt Marie Lesch die Stelle als 1. Solo-Oboistin bei den Bochumer Symphonikern. Neben diesem Engagement setzte sie ihre Ausbildung bei Prof. Matthias Bäcker an der Weimarer Musikhochschule fort. Ihr Konzertexamen schließt die 29-Jährige am (heutigen) Donnerstag beim Auftakt der Weimarer Meisterkurse ab. Mit der Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Tung-Chieh Chuang, ebenfalls Student in Weimar, interpretiert sie das Konzert für Oboe und kleines Orchester von Bohuslav Martinů.

Marie Lesch

Marie Lesch

Frage: Frau Lesch, weshalb ist es Ihnen wichtig, das Konzertexamen noch abzulegen?

Antwort: Ich hatte weder am Ende meiner Berliner Studienzeit noch heute am Ende der Weimarer den Eindruck, im weitesten Sinne "fertig" ausgebildet zu sein. Natürlich gewinnt man an Erfahrung, an Wissen, an Gelassenheit im Umgang mit besonderen künstlerischen Herausforderungen. Dennoch wird Unterricht für mich immer ein besonderer Luxus sein, der das lebenslange Lernen unterstützen kann.

Frage: Welche Impulse hat Ihnen Prof. Bäcker für Ihre künstlerische und persönliche Entwicklung gegeben?

Antwort: Für mich war insbesondere die ganzheitliche Arbeit Prof. Bäckers von großer Bedeutung. Damit beziehe ich mich auf einen unserer Schwerpunkte "Körperarbeit", der meiner Erfahrung nach bei aller Bemühung um die Kunst und um Interpretation als solcher oft zu kurz kommt. Im Laufe meines Studiums habe ich erfahren, wie ich mich beim Oboespielen wirklich wohl fühlen kann. Prof. Bäcker holte mich dort ab, wo ich war, und schaffte eine gute Balance zwischen neuen Impulsen und meiner künstlerischen Freiheit.

Frage: Weshalb haben Sie das Konzert für Oboe und kleines Orchester von Martinů für Ihr Konzertexamen ausgewählt?

Antwort: Ich habe Martinůs Oboenkonzert nach zwei Jahren Unterricht das erste Mal im Konzert gehört und war damals schon fasziniert von diesem witzigen und originellen Stück. Für mich stellt es kein konventionelles Solokonzert dar. Orchester und Solist sind eng verzahnt, fast wie im Concerto grosso, und Martinů setzt mit seiner Orchestrierung, überraschenden Harmonik und interessanten Rhythmen ganz eigene Akzente.

(Die Fragen stellte Ina Schwanse, HfM Weimar)

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