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La clemenza di Tito von W.A. Mozart

19. Juli 2015 - 09:30 Uhr

Sonntag, 19. Juli 2015 / 00:35 – 03:00 Uhr
ARTE

Oper (Frankreich 2014) Denis Podalydès, bekannter französischer Schauspieler und Regisseur, brachte am Pariser Théâtre des Champs-Elysées im Dezember 2014 eine Neuproduktion von Mozarts letzter Oper "La clemenza di Tito" heraus. Mit diesem Werk griff Mozart auf das Genre der Opera seria zurück, das er zuletzt in seinem "Idomeneo" (1781) verwendet hatte. Parallel zur "Zauberflöte" und kurz vor seinem "Requiem" komponiert, ist "La clemenza di Tito" ein glänzendes Beispiel dafür, wie Mozart das im Niedergang begriffene Repertoire der "ernsten" Oper zu erneuern verstand. Dirigent Jérémie Rhorer setzt mit dieser neuen "La clemenza di Tito" seine mit "Idomeneo" begonnene Mozart-Reihe fort.

La clemenza di Tito

La clemenza di Tito

In der Oper geht es um eine leidenschaftliche, aber enttäuschte Liebe, eine treue Freundschaft und ein politisches Komplott, Themen sind Großmut, Gnade und Verzeihen: Zweifellos ist der Einfluss des französischen Tragödienautors Jean Racine spürbar.

Denis Podalydès hat in seiner Inszenierung die Handlung in die 1940er Jahre verlegt. Titus hat sich in die gedämpfte Atmosphäre eines Luxushotels zurückgezogen, während sein Staat auseinanderbricht. Das Chaos im Lande und die Trennung von seiner Geliebten Berenice beunruhigen und verunsichern den Herrscher. Titus ist von einer Handvoll Getreuer umgeben; er wird die Komplotte vereiteln, die Vitellia wegen ihrer abgewiesenen Liebe zu ihm angezettelt hat; und am Ende wird er allen verzeihen.

Bei Regisseur Podalydès steht vor allem das Schauspiel und die Bühnenpräsenz der Sänger im Vordergrund. Olivier Simonnets Fernsehfassung fängt in jedem Augenblick die im Theatersaal spürbare dramatische Intensität ein. Die filmische Umsetzung der Bühnenaufführung hat Kinoqualität und steht in ihrem Erfindungsreichtum der Inszenierung in nichts nach.

Mit: Kurt Streit (Titus), Kate Lindsey (Sextus), Julie Boulianne (Annius), Robert Gleadow (Publius), Julie Fuchs (Servilia), Karina Gauvin (Vitellia). Orchester: Le Cercle de l’Harmonie. Chor: Choeur Aedes unter der Leitung von Mathieu Romano.

(pt/wa)

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