Jüngster Chefdirigent bei zwei Weltklasse-Orchestern: Andris Nelsons neben Boston auch in Leipzig

09. September 2015 - 20:43 Uhr

Berlin (MH) – Als die Berliner Philharmoniker, eines der besten Orchester der Welt, im Frühjahr einen neuen Chefdirigenten suchten, fiel sein Name immer wieder als möglicher Kandidat: Jetzt übernimmt Andris Nelsons die Leitung von gleich zwei Weltklasse-Orchestern.

Andris Nelsons

Andris Nelsons

In Leipzig wurde der Lette am Mittwoch zum neuen Gewandhauskapellmeister gewählt. Erst voriges Jahr hatte er das Amt des Musikdirektors beim Boston Symphony Orchestra (BSO) übernommen und seinen Vertrag in diesem August bis 2022 verlängert. Mit seinen gerade einmal 36 Jahren ist er bei beiden Klangkörpern der jüngste Chefdirigent der letzten über 100 Jahre.

Andris Nelsons ist das Kind einer Musikerfamilie. Geboren wurde er 1978 am Unabhängigkeitstag Lettlands. In der Schule übte er nachts Trompete, bis er blutige Lippen hatte. Als Jugendlicher studierte er Gesang, lernte Taekwondo und wurde Orchester-Trompeter. Bei Mariss Jansons nahm er Privatunterricht im Dirigieren. Mit 24 Jahren ernannte ihn die Lettische Nationaloper in Riga zum Generalmusikdirektor. 2006 wurde er Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford, von 2008 bis 2015 war er Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra.

Für seine fundierten Interpretationen eines breiten Repertoires und sein Engagement für neue Werke wurde Nelsons im Frühjahr 2015 mit dem Royal Philharmonic Society Music Award ausgezeichnet. Auch das Publikum liebt den lettischen Dirigenten, in Berlin hätte es ihn sogar zum Nachfolger von Sir Simon Rattle gewählt. Egal wo er auftritt, entfessle Nelsons "ein wahres Feuerwerk der Intensität", schrieb die Zeitschrift "The New Yorker".

Ebenso gern arbeiten die Orchester mit ihm. Überraschend ist sein unglaubliches Engagement bei den Probenarbeiten. Witzig, temperamentvoll, leidenschaftlich ist er dabei und reißt die Musiker mit. Es gebe kaum einen Dirigenten, der während der Proben so viel gibt und beim Konzert noch mehr, sagt ein Orchestermusiker.

(Von Wieland Aschinger und Tereze Rozenberga)

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http://www.gewandhausorchester.de

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