Bayerische Staatsoper: Boitos "Mefistofele" erste Neuproduktion der Saison

24. Oktober 2015 - 09:00 Uhr

(MH) – Mit Arrigo Boitos "Mefistofele" bringt die Bayerische Staatsoper am (heutigen) Samstag die erste Neuinszenierung auf die Bühne. Bei der Produktion handelt es sich um die szenische Münchner Erstaufführung der Oper nach Goethes "Faust". In der Titelpartie ist René Pape zu erleben. Den Faust singt der maltesische Tenor Joseph Calleja, die Margherita interpretiert die lettische Sopranistin Kristīne Opolais. Alle drei geben ihre Rollendebüts.

Mefistofele

Mefistofele

Regisseur Roland Schwab gibt mit der Neuinszenierung sein Hausdebüt im Münchner Nationaltheater. Ihn fasziniert nach eigener Aussage, dass Boito sich nicht strikt an Goethe hält, sondern seine Komposition eher ein Fantasieren über Faust sei. Während Diabolus in der Dichtervorlage noch ein Partner sei, ein Zuspieler von Gott, habe Mefistofele bei Boito scheinbar keinen Widerpart. "Das ist der Ansatz, der mich interessiert: die Hölle ohne den Himmel darzustellen", sagte Schwab.

Das Bayerische Staatsorchester wird von Omer Meir Wellber geleitet. Der junge israelische Dirigent hält Boitos Werk für wesentlich stärker als die bekannteren "Faust"-Opern von Gounod, Berlioz und Busoni. "Es ist für mich die komprimierteste Form des Faust-Dramas", erklärte Wellber.

Arrigo Boito (1842-1918) ist vor allem als Librettist von Giuseppe Verdis Opern "Otello" und "Falstaff" bekannt. Er war aber auch ein begabter, durch die Werke Hector Berlioz' und Charles Gounods beeinflusster Komponist. Seine Faust-Vertonung "Mefistofele" kam 1868 mit geringem Erfolg an der Mailänder Scala heraus. Erst eine umfassend überarbeitete Fassung 1875 konnte sich durchsetzen. Diese Version hat nun auch in München Premiere.

(wa)

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