Die Musik der Synagogen

09. November 2011 - 06:15 Uhr

Donnerstag, 10. November 2011 / 23:40 – 00:30 Uhr
Bayerisches Fernsehen

Vernichtet, verschollen und wieder entdeckt – Musik, die klingt wie Schubert oder Brahms. Doch ihre Komponisten sind heute weitgehend unbekannt. Denn: Sie haben für Synagogen komponiert. Bis zum November 1938 hatte ihre Musik einen festen Platz in den liberalen Synagogen Deutschlands.

Notenfund

Begonnen hat diese Tradition Anfang des 19. Jahrhunderts in Seesen am Harz. Von hier aus eroberte die Synagogenmusik schnell ganz Europa. In vielen Synagogen wurden Orgeln eingebaut. Doch mit der Reichspogromnacht am 9. November 1938 und dem Holocaust verschwanden die Kompositionen aus dem jüdischen Gottesdienst.

Der Musikforscher Andor Izsák hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die synagogale Musik wiederzubeleben. Er setzt versprengte Puzzle-Teile zusammen und restauriert alte Tonaufnahmen und Noten. Ohne zu Zögern nimmt er das nächste Flugzeug, wenn er einen Hinweis bekommen hat, dass sich irgendwo in der Welt wichtige Dokumente, Noten oder Orgeln befinden könnten.

Auch die Aufführung der Synagogenmusik ist Izsák eine Herzensangelegenheit. Zu diesem Zweck hat er den Europäischen Synagogalchor gegründet. Mit dem Gesangsensemble gastiert er in vielen Städten Europas. Der Anlass: 200 Jahre Synagogenorgel, Ausdruck einer Reformbewegung des liberalen Judentums.

Der SWR zeigt die Dokumentation noch einmal am Sonntag, dem 13. November 2011, um 08:45 Uhr.

(pt/wa)

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