Elbphilharmonie soll Ort der musikalischen Begegnung werden – "Eintrittspreise nicht zu hoch"

12. Januar 2016 - 16:50 Uhr

(Zusammenfassung)

Hamburg – Mit der Eröffnung der Elbphilharmonie soll Hamburg endgültig zu einer internationalen Musikstadt von Rang werden. Der Senat habe am Dienstag nicht nur die Grundlagen für den künstlerischen Betrieb des neuen, fast 800 Millionen Euro teuren Konzerthauses geschaffen, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos). Zugleich seien zusätzliche Mittel für die Entwicklung der Musikszene beschlossen worden. Die Elbphilharmonie werde nicht nur "eines der besten Konzerthäuser der Welt, sondern auch ein lebendiger Ort der musikalischen Begegnung und ein für alle offenes Haus".

Elbphilharmonie

Elbphilharmonie

Das Konzerthaus am Hafen soll nach jahrelangen Querelen und Bauverzögerungen am 11. und 12. Januar 2017 eröffnet werden. Die "Elbphi" solle ein internationales Wahrzeichen für Hamburg werden wie der Eiffelturm für Paris, sagte Kisseler.

Allein für die Marketingkampagne stellt der Senat zehn Millionen Euro zur Verfügung. Auch um das größere Angebot in der Anfangsphase finanzieren zu können, bewilligt Hamburg einmalig fünf Millionen Euro. Der jährliche Zuschuss für den Spielbetrieb wurde von ursprünglich 3,2 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro erhöht.

Als einen Grund für die Mehrkosten nannte Kisseler etwa das stark ausgeweitete Programm zur Musikvermittlung. Der Senat habe versprochen, dass jedes Hamburger Schulkind mindestens ein Konzert in der Elbphilharmonie besucht haben solle. In sieben eigenen Räumen soll es nun 1.500 Angebote zur Musikvermittlung geben, statt ursprünglich geplanter 50.

Zugleich wird das Internationale Musikfest Hamburg mit vielen Akteuren aus der Hamburger Musikszene künftig jährlich mit einer halben Million Euro (bisher 150.000 Euro) unterstützt, kündigte Kisseler an. Der Zuschuss für das Elbjazz Festival wird von 2017 an auf jährlich 200.000 Euro verdoppelt. Zur Förderung der Freien Musikszene wird ein Musikstadt-Fonds (500.000 Euro) neu aufgelegt. Das Ensemble Resonanz, das künftige Residenzensemble der Elbphilharmonie, wird mit 450.000 Euro gefördert (bislang geplant: 320.000 Euro).

Karten für Eröffnungskonzerte werden teilweise verlost

"Wir sind wild entschlossen, diese einmalige Chance zu nutzen", sagte Generalintendant Christoph Lieben-Seutter. Jährlich werde es künftig 260 Konzerte im Großen Saal geben, davon 100 eigene Angebote, 110 von Partnern und 50 andere Veranstaltungen. Das Eröffnungsprogramm werde im April 2016 vorgestellt. "Wir wollen, dass die Besucher nicht nur einmal im Jahr zu einem Konzert kommen, sondern zehnmal. Wir haben also ein starkes Interesse daran, dass die Eintrittspreise nicht zu hoch sind." Konzerte können künftig auch digital übertragen werden.

Elbphilharmonie, Großer Saal

Elbphilharmonie, Großer Saal

Mindestens ein Viertel der Karten für die Eröffnungskonzerte wird voraussichtlich verlost. Die Tickets sollen kostenlos sein, kündigte Lieben-Seutter am Dienstag an. Der Große Saal hat 2.100 Plätze.

Kisseler sagte, Ziel sei, dass der Betrieb keine "permanent folgenden Erhöhungen" bei den Kosten nach sich ziehe. "Man sollte sich aber auch nicht der Illusion hingeben, dass die Elbphilharmonie irgendwann Gewinne abwirft, mit denen womöglich der Haushalt saniert wird. Das habe ich noch nie erlebt." Der Wert der Elbphilharmonie gehe über die materielle Dimension hinaus.

Thorsten Kausch, Geschäftsführer Hamburg Marketing, sagte, die Elbphilharmonie werde die globale Wahrnehmung Hamburgs und Deutschlands stärken. Volkswirtschaftlich betrachtet, also unter Berücksichtigung von Faktoren wie mehr Touristen und Übernachtungen usw., könne die Elbphilharmonie zumindest die laufenden Kosten decken.

Anfang November 2016 wird die öffentliche Plaza des Baus geöffnet. Aus einer Höhe von 37 Metern biete sich den Besuchern unabhängig vom Konzertbesuch ein unglaublicher Blick auf die ganze Stadt, sagte Kisseler. Das Eintrittsticket werde für die ersten knapp zwei Jahre für den spontanen Besuch kostenfrei sein. Für eine Vorverkaufsgebühr von zwei Euro sind Plaza-Tickets aber auch für ein festes Zeitfenster im Internet, am Automaten oder im Ticketcenter buchbar.

(dpa/MH)

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