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"Der Große der dänischen Musik": Komponist Per Nørgård

28. Januar 2016 - 14:10 Uhr

Kopenhagen – Per Nørgård wohnt fast direkt am Meer. Sein Zuhause ist die dänische Hauptstadt Kopenhagen, in dem Stadtteil Østerbro sind es nur wenige Schritte bis zum Wasser. Vielleicht hat sich der Mann, den der Sender Deutschlandradio 2012 als "einen der stärksten Charaktere der europäischen Musikwelt" bezeichnete, deshalb in seiner Arbeit von der unendlichen Weite des Ozeans inspirieren lassen. Eines der berühmtesten Kennzeichen seiner Werke, die sich über alle Gattungen erstrecken: die Technik der "infinity series (Unendlichkeitsreihe).

Per Nørgård

Per Nørgård

Interviews kann der Däne rund um die Vergabe des Ernst von Siemens Musikpreises nur ganz wenige geben, die Gesundheit lässt es nicht zu. Inzwischen hat der 83-Jährige schütteres Haar, das Alter hat Falten in sein Gesicht gegraben, aber sein Blick bleibt wach und neugierig. Diese "Neugier, den Antrieb und die Beseeltheit" seines Werks zeichneten die New Yorker Philharmoniker 2014 mit ihrem hochdotierten Kravis Prize aus. Es ist nur eine von vielen Ehrungen für den bescheidenen Nørgård.

"Ich bin immer mit neuen Ideen beschäftigt", sagt der Däne, der gut Deutsch spricht, dem Radiosender BR-Klassik. "Ein neues Werk ist immer eine neue Herausforderung." Seine Musik, da sind sich seine Landsleute sicher, werde nie ihre Kraft verlieren. So schwärmt ein Kritiker der Zeitung "Politiken" erst 2015 beseelt nach einer Aufführung: Nørgård werde immer "der Große der dänischen Musik" bleiben.

Einen "Ohrmenschen" nannte ihn sein Kollege Karl Aage Rasmussen einmal. "Wenn Per Nørgård sich im Verkehr bewegt, erlebt er Verkehrskonzerte, und wenn er am Strand steht und die Brandung beobachtet, kann man damit rechnen, dass er sich durch die fallenden und steigenden Bewegungen des Meeres zu den Klängen hinter dem Rauschen des Meeres vorgehört hat", meint der dänische Rundfunk. "Er ist ein Meister in allem, was er schafft."

Typisch Däne denkt Nørgård nicht in Schubladen, sondern oft auch um die Ecke, improvisiert, will sich auch im hohen Alter immer wieder neu erfinden. Könne er das nicht mehr, würde er aufhören, Musik zu machen, sagt er. Symphonien, Opern, Filmmusik, verteilt über viele Jahrzehnte seines Lebens, gehen auf das Konto des studierten Komponisten. Dabei habe er als Kind gar keine besonders große Lust gehabt, am Klavier zu sitzen und zu üben, heißt es.

(Von Julia Wäschenbach, dpa/MH)

Mehr zu diesem Thema:

Ernst von Siemens Musikpreis an Komponisten Per Nørgård
(28.01.2016 – 10:20 Uhr)

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