Musikfest Hamburg: Wohlklang und "Zeichen für eine aufgeklärte Gesellschaft"

15. Februar 2016 - 15:04 Uhr

Hamburg – Unter dem politischen Motto "Freiheit" ist vom 21. April bis zum 22. Mai das 2. Internationale Musikfest Hamburg zu erleben. Die drei großen Orchester der Stadt sowie weitere Ensembles, Interpreten und Musikpartner bündeln dafür an diversen Spielstätten ihre Kräfte. Das gab Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant von Laeiszhalle und Elbphilharmonie, am Montag bekannt. In den Konzerten soll die Verbundenheit und Vernetzung zwischen den Partnern, die das Hamburger Musikleben wesentlich prägen, zum Ausdruck kommen. Zu den Gaststars gehören die Pianisten Maurizio Pollini und Rudolf Buchbinder sowie der Bariton Thomas Hampson.

Vorstellung Musikfest Hamburg

Vorstellung Musikfest Hamburg

Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) sagte, das Festival bedeute nicht allein Wohlklang. Es sei auch ein kulturpolitisches Zeichen, dass Musik "in existenzieller Hinsicht ein Bestandteil dessen ist, was wir eine aufgeklärte Gesellschaft nennen". Somit setze es einen Kontrapunkt zu aktuellen Problematiken. Von 2018 an soll das auch durch Sponsoren wie die Klaus-Michael Kühne Stiftung ermöglichte Musikfest alljährlich zum Saisonabschluss in der Elbphilharmonie erklingen. Die Elbphilharmonie wird am 11. Januar 2017 eingeweiht. Seine Premiere hatte das Musikfest 2014.

In diesem Jahr eröffnet den Konzertreigen eine szenische Aufführung von Bachs "Matthäus-Passion" durch das Philharmonische Staatsorchester unter seinem Chefdirigenten Kent Nagano in den Deichtorhallen (21. April). Einen Abend später leitet dessen Kollege Thomas Hengelbrock das NDR Elbphilharmonie Orchester beim Programm "Il Prigioniero" mit Werken von Bach und Luigi Dallapiccola in der Laeiszhalle.

Einen Schwerpunkt bildet die vierteilige Reihe "Überlebensmusik" mit Kompositionen von Künstlern, die KZ, Verfolgung und Weltkrieg oft nicht überlebt haben. Dabei erklingt unter anderem in der Interpretation durch das Pavel Haas Quartet das Streichquartett Nr. 1 op. 25 von Erwin Schulhoff. Der deutschböhmische Pianist und Komponist war 1942 im Internierungslager Wülzburg in Bayern an den Folgen von Unterernährung, Krankheit und Erschöpfung gestorben.

(dpa/MH)

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