Schleswig-Holstein Musik Festival mit Haydn und Schiff

26. Februar 2016 - 16:21 Uhr

Lübeck/Berlin (MH) – Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) stellt in diesem Jahr den Komponisten Joseph Haydn (1732-1809) und den Pianisten András Schiff in den Mittelpunkt. "Die strahlende Klarheit zweier Großer (…) bringt den Norden musikalisch zum Leuchten", sagte Intendant Christian Kuhnt bei der Vorstellung des Programms am Freitag in Lübeck. Im 30. Jahr seines Bestehens bietet das Festival 178 Konzerte, fünf "Musikfeste auf dem Lande" und zwei Kindermusikfeste.

András Schiff

András Schiff

Eröffnet wird das Programm Anfang Juli in der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK). Statt in dem wegen statischer Probleme gesperrten Konzertsaal spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Thomas Hengelbrock im Foyer des Gebäudes Werke von Haydn und Béla Bartok. "Unsere Programmplanung war fest fertig, als der Saal plötzlich gesperrt wurde, so dass wir ein wenig umplanen mussten", sagte Kuhnt. "Doch jetzt schauen wir nach vorn und freuen uns auf ein tolles Festival", sagte er. Der Konzertsaal ist seit September 2015 gesperrt. Die Sanierung soll bis zum Frühjahr 2017 dauern.

Zu den Gästen der Jubiläumsausgabe zählen Dirigenten wie Yannick Nézet-Séguin und Paavo Järvi, Solisten wie Klaus Florian Vogt, Daniel Hope, Sabine Meyer, Simone Kermes, und Grigory Sokolov sowie das Rotterdam Philharmonic, die Academy of St Martin in the Fields und andere Orchester.

Rund 100 Konzerte widmen sich Joseph Haydn, dem "Erfinder" der Sinfonie und des Streichquartetts. Ein Höhepunkt wird das Projekt "The Big Seasons" mit Haydns Oratorium "Die Jahreszeiten", für das der Schauspieler Klaus Maria Brandauer ein literarisches Rahmenprogramm ausgearbeitet hat.

Sir András Schiff ist als Porträtsolist in zehn Konzerten zu hören. Darunter sind ein Abend mit Bachs "Goldberg-Variationen" und mehrere Konzerte mit Kammermusik von Haydn. Der Pianist gilt als öffentlichkeitsscheu und völlig auf die Musik konzentriert. "Es ist ein völlig anderer Künstlertyp als Sol Gabetta und Martin Grubinger, die Porträtkünstler der Vorjahre. Aber er ist ebenfalls ein Glücksgriff", sagte Kuhnt.

Die 1987 von Leonard Bernstein gegründete Orchesterakademie bringt 130 Nachwuchsmusiker zusammen, die in weltweiten Probespielen aus mehr als 1.700 Bewerbern ausgewählt wurden. Unter der Leitung des US-amerikanischen Dirigenten und Filmkomponisten David Newman präsentieren sie Steven Spielbergs "E.T. – Der Außerirdische" als Filmkonzert in deutscher Erstaufführung. Erstmals wird der russische Dirigent Vladimir Jurowski mit dem Festivalorchester zusammenarbeiten und unter anderem zwei Haydn-Sinfonien einstudieren.

Das Festival wird vom 2. Juli bis zum 28. August in 57 Orten Schleswig-Holstein, Hamburg, im Süden Dänemarks und im Norden von Niedersachsen zu Gast sein. Für die Veranstaltungen stehen 172.000 Eintrittskarten zur Verfügung. Der Etat beläuft sich auf rund 8,9 Millionen Euro, bei einem Landeszuschuss von 1,2 Millionen Euro.

(wa, mit dpa)

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