Musik an Bachs originalen Spielorten – Thüringer Bachwochen bieten über 50 Konzerte

18. März 2016 - 08:45 Uhr

Erfurt – Einmal in der selben Kirche musizieren wie einst Johann Sebastian Bach – das ist der Traum von Musikern aus aller Welt. In Thüringen können sie sich diesen Wunsch erfüllen. Die Bachwochen bieten vom (heutigen) Freitag an bis zum 10. April rund 50 Konzerte in elf Städten und Dörfern.

Mogens Dahl Chamber Choir

Mogens Dahl Chamber Choir

"Erstmals wird das dreiwöchige Festival nach der "Langen Nacht der Hausmusik" mit einer Uraufführung eröffnet", sagte der Sprecher des Vereins Thüringer Bachwochen, Jens Haentzschel, der Deutschen Presse-Agentur. Der schwedische Komponist Sven-David Sandström werde am Samstag im Theater Erfurt seine von Bach (1685-1750) inspirierte neue Johannespassion vorstellen. Der 73-Jährige habe unter anderem bereits Motetten und die Matthäuspassion des Barockkomponisten neu vertont.

Der Text für die neue Johannespassion stammt von Jakob Holtze. Mit zur Uraufführung kommen der junge Countertenor Daniel Carlsson, Bariton Bo Shovhus, der dänische Mogens Dahl Kammerchor und das New Yorker Streichquartett Brooklyn Rider.

Die Marcus-Passion mit Schauspieler Ulrich Noethen als Evangelist erklingt Karfreitag in der Bachkirche Arnstadt. Karsamstag wird in der Stadtkirche Schmalkalden Bachs Johannespassion mit der Leidensgeschichte Jesu aufgeführt. Die israelisch-französische Compagnie Emanuel Gat Dance will Ostersonntag in Erfurt nach Bachs Goldberg-Variationen und Musik des kanadischen Pianisten Glenn Gould tanzen.

Die originalen Wohn- und Wirkungsstätten Bachs, etwa in seiner Geburtsstadt Eisenach, seiner Traukirche in Dornheim sowie seinen Organistenstellen Arnstadt, Mühlhausen und Weimar ziehen Musiker aus aller Welt an. 2015 kamen zum Bach-Festival rund 18.000 Besucher.

Bach wurde am 21. März 1685 geboren. Zu den traditionellen Geburtstagsfeiern mit Posaunenchor und Konzerten gibt es diesmal ausgefallene Geburtstagsständchen – etwa während des morgendlichen Berufsverkehrs am Schmidtstedter Knoten oder am Nachmittag im Foyer des Geraer Kinos Metropol. Vorbild dafür ist die in der New Yorker U-Bahn begründete weltweite Initiative "Bach in the subways".

Mit dem Swedish Chamber Orchestra beginnt das Festival zum Abschluss ein dreijähriges Projekt zu einer Neufassung der Brandenburgischen Konzerte. Komponisten verschiedener Genres sind daran beteiligt. Der US-Jazz-Pianist Uri Caine und der Bassist der Brit-Pop-Band Pulp, Steve Mackey, haben laut Haentzschel Bachs zweites und fünftes Brandenburgisches Konzert neu arrangiert. Bei dem Projekt spielt auch der Trompeter Håkan Hardenberger. Ungewöhnlich ist auch der Aufführungsort: eine alte Halle des Güterbahnhofs in Erfurt.

(Von Antje Lauschner, dpa/MH)

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http://www.thueringer-bachwochen.de

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