Kaufmann: "Meistersinger" bei Petrenko "in goldenen Händen"

04. Mai 2016 - 19:54 Uhr

München (MH) – Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" liegt nach Ansicht von Tenor Jonas Kaufmann bei Generalmusikdirektor Kirill Petrenko "in goldenen Händen". "Ich staune Bauklötze, welche Mittelstimmen im Orchester hörbar werden", sagte der 46-Jährige am Mittwoch in der Bayerischen Staatsoper, die ab 16. Mai eine Neuproduktion des Werks auf die Bühne bringt.

Bayerische Staatsoper

Bayerische Staatsoper

"Wo findet man heute, dass ein Dirigent ein Piano auf jeden Fall hundertprozentig ernst nimmt? Der Maestro macht sich noch Gedanken, wie sich ein Piano im 1. Akt von dem im 3. Akt unterscheidet – weil Wagner ja mindestens sieben Jahre an den 'Meistersingern' geschrieben hat", hob Kaufmann hervor.

Sein szenisches Rollendebüt als Walther von Stolzing wolle er durchaus lyrisch angehen und nicht nur als jugendlich-temperamentberstend Verliebten mit Rhythmus im Blut, erklärte der gebürtige Münchner. Viel Erfahrung von den Bühnen zwischen Wien und Berlin bringt dagegen Wolfgang Koch als Hans Sachs mit. "Für mich ist die große Aufgabe, einen Bogen für die Figur zu finden und den zu einem guten Ende zu führen", sagte er. "Es ist meine zweite Neuproduktion, und ich entdecke immer neue Noten und Punktierungen."

Regie an der Bayerischen Staatsoper führt David Bösch, "aber erwarten Sie keine politische Inszenierung, auch wenn Pegida einmal um die Ecke guckt", meinte Dramaturg Rainer Kalitschek. Münchens Oberbürgermeister Reiter (SPD) hatte gerade eine härtere Gangart der Stadt gegen die Pediga-Demonstrationen auf dem Marienplatz in der Nähe der Oper angekündigt.

(mk/wa)

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http://www.staatsoper.de

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