Anzeige

Anzeige

Stuttgart hat "Opernhaus des Jahres" – Theaterbaustellen sind größtes Ärgernis

29. September 2016 - 09:40 Uhr

(Zusammenfassung – Neu: Mehr Details)

Berlin (MH) – Die Stuttgarter Oper unter der Leitung von Intendant Jossi Wieler ist das "Opernhaus des Jahres" 2016. Bei der aktuellen Umfrage unter 50 Musikkritikern in Europa und den USA wurde sie bereits zum sechsten Mal am häufigsten genannt, teilte die Zeitschrift "Opernwelt" am Donnerstag mit. Das Haus könne immer wieder durch Raritäten und Uraufführungen sowie exzellente Repertoirepflege und hohe Ensemblekultur Aufsehen erregen, hieß es zur Begründung.

"Die Puritaner", Oper Stuttgart

"Die Puritaner", Oper Stuttgart

Auch der Titel "Bühnen- und Kostümbildnerin des Jahres" bezieht sich unter anderem auf eine Stuttgarter Inszenierung: Die Neuproduktion von Vincenzo Bellinis Oper "Die Puritaner " verdanke ihre Intensität maßgeblich der Ausstattung von Anna Viebrock, die auch für ihre Arbeit an Gioachino Rossinis "Il viaggio a Reims" an der Oper Zürich gewählt wurde.

"Orchester des Jahres" ist zum dritten Mal in Folge das Bayerische Staatsorchester. Dessen Ausnahmerang widerspiegle sich nicht zuletzt in zahlreichen Voten für seinen Chefdirigenten Kirill Petrenko. Der Titel "Sänger des Jahres" geht an den Bariton Christian Gerhaher für sein Wozzeck-Porträt in Alban Bergs gleichnamigem Werk an der Oper Zürich. Zur "Nachwuchskünstlerin des Jahres" wählten die Kritiker die franko-dänische Sopranistin Elsa Dreisig. Die 25-Jährige habe bei den Wettbewerben "Neue Stimmen" und "Operalia" sowie in diversen Rollen an der Berliner Staatsoper auf sich aufmerksam gemacht.

Als "Regisseur des Jahres" wird Barrie Kosky gewürdigt. Der Intendant der Komischen Oper Berlin überzeugte vor allem mit seiner Inszenierung von Giuseppe Verdis "Macbeth" an der Oper Zürich. Die Produktion habe auch von der musikalischen Leitung Teodor Currentzis' profitiert, der zum "Dirigenten des Jahres" gekürt wurde.

Die "Aufführung des Jahres" ist Karlheinz Stockhausens "Donnerstag aus 'Licht'" am Theater Basel. Die "Uraufführung des Jahres" komponierte der Österreicher Georg Friedrich Haas mit "Koma", einem Auftragswerk des Schwetzinger Festspiele und des Staatstheaters Darmstadt. Die "Wiederentdeckung des Jahres" hat das Theater Freiburg mit Ermanno Wolf-Ferraris Oper "Der Schmuck der Madonna", die 1911 in Berlin uraufgeführt worden war.

Zum "Ärgernis des Jahres" erklärten die Kritiker "Chaos, Missmanagement und explodierende Kosten auf diversen Theaterbaustellen". Als die teuersten Problemfälle stellten die Staatsoper Berlin, die Oper Köln und die Elbphilharmonie Hamburg eine "Chronique scandaleuse" dar.

"Buch des Jahres" ist Ulrich Drüners Studie "Richard Wagner- Inszenierung eines Lebens". Den Titel "CD des Jahres" erhält die Neuaufnahme von Verdis "Aida" mit Anja Harteros, Jonas Kaufmann und der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano.

(wa)

Mehr zu diesem Thema:

"Opernhaus des Jahres" in Stuttgart
(29.09.2016 – 08:00 Uhr)

Regie-Duo Wieler/Morabito überzeugt mit "Die Puritaner"
(09.07.2016 – 10:26 Uhr)

Link:

http://www.kultiversum.de/opernwelt

© MUSIK HEUTE. Alle Rechte vorbehalten – Informationen zum Copyright

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Print Friendly
Andere Beiträge