Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft für Weltkulturerbe nominiert

19. Dezember 2016 - 11:56 Uhr

Bonn/Berlin (MH) – Deutschland nominiert seine Theater- und Orchesterlandschaft für die internationale Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Das teilte die deutsche Unesco-Kommission am Montag in Bonn mit. Die Kultusministerkonferenz und Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU) folgten damit einer Empfehlung von Unesco-Experten.

Jedes Jahr besuchten rund 35 Millionen Zuschauer mehr als 120.000 Theateraufführungen und 9.000 Konzerte. Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft biete eine weltweit einmalige Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen. Sie begründe Deutschlands Ruf als Kulturnation, sagte Grütters der Mitteilung zufolge. "Nirgendwo sonst sind Schauspiel, Oper, Musical, Tanz oder Konzert in solcher Vielfalt und an so vielen Orten im ganzen Land zu erleben."

Deutschland verfüge über die weltweit höchste Theaterdichte mit rund 140 öffentlich getragenen und 220 privaten Häusern. Auch die Orchesterdichte zähle mit etwa 130 Opern-, Sinfonie- und Kammerorchestern zu den höchsten der Welt. Ihren Ursprung hat diese Vielfalt in den zahlreichen deutschen Kleinstaaten des 17. und 18. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die von den Bürgern getragenen Stadttheater und Konzertgesellschaften.

Deutschland will das Nominierungsdossier im Frühjahr 2018 bei der Unesco einreichen. Über die Aufnahme soll im Winter 2019 entschieden werden. Bisher hat Deutschland einen Eintrag auf der Liste: die Genossenschaftsidee und -praxis. Zusammen mit anderen Ländern teilt sich Deutschland zudem den Eintrag zur Falkenjagd.

(wa, mit dpa)

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http://www.unesco.de

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