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Applaus und Buh-Rufe für Bieitos "Otello" in Hamburg

08. Januar 2017 - 22:53 Uhr

Hamburg – Calixto Bieitos Inszenierung der Verdi-Oper "Otello" ist am Sonntagabend in der Hamburgischen Staatsoper mit gemischten Reaktionen aufgenommen worden. Während Sänger, Staatsopernchor und Philharmonisches Staatsorchester starken, einhelligen Applaus erhielten, wurde Bieitos krasse, aber in sich doch weithin stimmige "Otello"-Version sowohl mit Beifall als auch mit harten Buhs bedacht.

"Otello"

"Otello"

Der katalanische Regisseur (53) hatte Verdis Eifersuchts- und Intrigendrama auf ein düsteres Hafen-Gelände verlegt, einzig mit einem riesigen giftgelben Kran im Mittelpunkt. Nicht im Schlaf-Gemach also, sondern im hohen Gestänge dieses schwenkbaren Vier-Tonnen-Kolosses erwürgte der hier krankhaft gewalttätige Otello (Marco Berti) seine Desdemona (Svetlana Aksenova). Zu Verdis tragisch-glühenden Klängen – von den Philharmonikern unter Paolo Carignani spannungsvoll gespielt – starb auch er hoch oben völlig isoliert im Metall-Geäst des bis ins Parkett ausgefahrenen Kran-Arms an einem Herzinfarkt.

Bieito ist berühmt und berüchtigt für seine exzessiven Sex- und Gewalt-Szenarien auf dem internationalen Musiktheater-Parkett. In Hamburg brachte er seine vor zwei Jahren in Basel herausgebrachte Regiearbeit auf die Bühne.

(dpa/MH)

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