Geteiltes Echo auf Ligetis "Le Grand Macabre" in Berlin

17. Februar 2017 - 22:55 Uhr

Berlin (MH) – Peter Sellars halbszenische Inszenierung von György Ligetis grotesker Oper "Le Grand Macabre" hat am Freitagabend in der Berliner Philharmonie gespaltene Reaktionen ausgelöst. In den Beifall fūr Musiker und Sänger mischten sich Buh-Rufe an die Adresse der Regie. Bei der deutschen Erstaufführung der Neuproduktion stand Chefdirigent Sir Simon Rattle am Pult der Berliner Philharmoniker. (➜ Rezension)

Peter Sellars und Sir Simon Rattle

Peter Sellars und Sir Simon Rattle

Die Handlung der Oper, die auf einem Stück des belgischen Dramatikers Michel de Ghelderode basiert, hat Sellars aus dem imaginären "Breughelland" in eine von atomarer Vernichtung bedrohte Gegenwart verlegt. Die Gesangssolisten – unter ihnen die Sopranistin Anna Prohaska, die Mezzosopranistin Ronnita Miller, der Bariton Pavlo Hunka und der Tenor Peter Hoare – erhielten ebenso wie das Orchester und der von Gijs Leenaars vorbereitete Rundfunkchor Berlin großen Applaus.

Im Januar hatte Rattle das Werk bereits mit dem London Symphony Orchestra in der Barbican Hall präsentiert. Im Anschluss an die Berliner Aufführungen finden Gastspiele in Dortmund und Essen statt.

Die von Ligeti überarbeitete Fassung seiner in den 1970er Jahren entstandenen Oper hatte Sellars zuerst 1997 bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne gebracht. Für die Berliner Philharmoniker setzte der US-amerikanische Regisseur in Zusammenarbeit mit Rattle bisher die "Matthäus-Passion" (2010) und die "Johannes-Passion" (2014) von Johann Sebastian Bach sowie Claude Debussys Oper "Pelléas et Mélisande" (2015) in Szene.

(ck/wa)

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(18.02.2017 – 12:01 Uhr)

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