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Dresdner Philharmonie steigert Besucherzahlen trotz fünfjähriger "Dauertournee"

03. März 2017 - 13:47 Uhr

Dresden/Berlin (MH) – Die Dresdner Philharmonie hat eine positive Bilanz ihrer fünf Jahre ohne eigenen Konzertsaal gezogen. 2016 kamen mehr als 140.000 Besucher in die Konzerte des Orchesters, sagte Intendantin Frauke Roth am Freitag in Dresden. Das sei ein Zuwachs von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auslastung habe in dem Zeitraum von 83 auf 87 Prozent zugenommen. "Ich freue mich außerordentlich, dass wir im letzten Jahr des Interims unsere Zahlen noch einmal so deutlich steigern konnten", erklärte Roth.

Dresdner Philharmonie

Dresdner Philharmonie

Knapp zwei Monate vor dem Wiedereinzug in den umgebauten Kulturpalast sah die Intendantin das Orchester "in einem herausragenden Zustand". Ähnlich äußerte sich der Orchestervorstand. Die Philharmonie habe sich verändert, aber keinen Schaden genommen, sagte Orchestervorstand Robert-Christian Schuster: "Wir konnten auf unserem Qualitätslevel bleiben, aber es hat Kraft gekostet." Durch die Auftritte in verschiedenen Räumen der Stadt sei es gelungen, auch neue Publikumsschichten zu erreichen.

Auf große Nachfrage seien besonders Veranstaltungen für Familien, Kinder und Schulen gestoßen, betonte Roth. "Wir haben die Anzahl der musikalischen Bildungsangebote bereits deutlich erhöht, und immer noch ist die Nachfrage größer als unser Angebot", sagte sie.

Das Dresdner Publikum habe die Musiker mit Treue und Begeisterung "bei unserer fünfjährigen Dauertournee begleitet und getragen", sagte Chefdirigent Michael Sanderling. Das Orchester habe sich durch die unterschiedlichen Räume auf immer neue Situationen einstellen müssen, erklärte Vorstand Guido Titze. Das habe die Flexibilität des Ensembles erhöht.

Titze zufolge gab es anfangs die Befürchtung, dass mehr Musiker als bei einer normalen Fluktuation üblich dem Orchester den Rücken kehren könnten. Doch das sei nicht eingetreten. "Nun ist die Vorfreude bei allen Kollegen groß", sagte der stellvertretende Solo-Oboist. Die Philharmonie hatte seit 2012 in diversen Ausweichspielstätten gastiert, darunter im Albertinum und im Schauspielhaus.

Der mit einem Aufwand von rund 100 Millionen Euro umgebaute Kulturpalast soll am 28. April wiedereröffnet werden. Zuletzt hatten Meldungen zu immer neuen Kostensteigerungen für Unruhe gesorgt. Am Donnerstagabend verabschiedete der Dresdner Stadtrat einen weiteren Nachtrag in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Nach den Worten von Intendantin Roth haben die Diskussionen der vergangenen Wochen Spuren hinterlassen: "Es ist ein Krimi auf der Baustelle". Dennoch blieb sie optimistisch, dass bis zum Finale alles fertig wird, selbst wenn es später an der einen oder anderen Stelle noch Anlaufschwierigkeiten geben könne.

Eines steht dagegen schon fest: Die Philharmonie wird auch nach Besitznahme ihres neuen Saales auf anderen Dresdner Bühnen präsent sein. Das Hygiene-Museum und Schloss Albrechtsberg dienen weiter als Spielstätten für Kammermusik. Zudem spielen die Philharmoniker wie bisher in der Kreuzkirche und in der Frauenkirche.

(wa, mit dpa)

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