Teodor Currentzis – vielseitiger und fordernder Dirigent

05. April 2017 - 16:40 Uhr

(Kurzporträt)

Stuttgart/Perm – Von seiner russischen Wahlheimat aus macht der häufig als "Klassikrebell" titulierte Dirigent Teodor Currentzis (45) seit Jahren weltweit Furore. Der am 24. Februar 1972 geborene Grieche kam bereits vor mehr als 20 Jahren nach Russland. Er studierte an der Staatlichen Musikhochschule in St. Petersburg bei dem berühmten Dirigenten und Pädagogen Ilja Musin. Nach dessen Tod 1999 zog er sich lieber in die unverbrauchte Provinz zurück, als in den Kulturmetropolen St. Petersburg oder Moskau sein Glück zu suchen.

Teodor Currentzis

Teodor Currentzis

Nach einer Station als Chefdirigent am Opern- und Ballett-Theater von Nowosibirsk wechselte er 2011 an das Opern- und Ballett-Theater von Perm. Viele Künstler folgten ihm dorthin. In Russland ist Currentzis ein Star. Mehrfach erhielt er die bedeutendste Theaterauszeichnung des Landes, die "Goldene Maske". Aber auch die CD-Einspielungen des Orchester- und Chorgründers werden von der Musikkritik international immer wieder in den höchsten Tönen gelobt.

Der amerikanische Starregisseur Peter Sellars würdigte Currentzis bei der Verleihung des mit 75.000 Euro dotierten Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. vor einem Jahr in Hamburg als "heiligen Künstler". Wie das griechische Theater der Antike kreiere er Schönheit, indem er auf Leid und Schrecken blicke. Damit heile er die Menschen. "Wir ehren ihn dafür, dass er das Wunder in jedem Menschen, jedem Moment, jedem Ort und jeder Zeit erkennt", sagte Sellars.

Sein russisches Publikum schätzt ihn vor allem als außerordentlich vielseitigen und extrem fordernden Dirigenten. Gleichwohl hatte sich Currentzis in den vergangenen Jahren auch besorgt gezeigt wegen der von vielen seiner russischen Kollegen kritisierten Einschränkungen künstlerischer Freiheiten in dem Riesenreich.

(dpa/MH)

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