NDR: Elbphilharmonie lockt neues Publikum zur Klassik

05. Mai 2017 - 15:16 Uhr

Hamburg – Die Elbphilharmonie zieht viele Menschen an, die sich bisher nicht so sehr für klassische Musik interessiert haben. "Der neue Saal hat eine unglaubliche Euphorie und Begeisterung ausgelöst und viele Menschen erstmals mit klassischer Musik in Berührung gebracht", sagte Andrea Zietzschmann, Leiterin des Bereichs Orchester, Chor und Konzerte im NDR, am Freitag in Hamburg. "Der Saal ist schon jetzt eine Größe, auch bei den Orchestern, die auf Tournee sind." Mehr als 100.000 Zuschauer haben seit der Eröffnung am 11. Januar die Konzerte des NDR Elbphilharmonie Orchesters besucht.

Andrea Zietzschmann

Andrea Zietzschmann

"Ich habe von Künstlern aus aller Welt nur positive Stimmen gehört", sagte Zietzschmann. Die Künstler fühlten sich wohl auf der Bühne und im Backstage-Bereich. "Sie schätzen die Klangmöglichkeiten des Saals von kleiner bis großer Besetzung und den Austausch mit dem Publikum", sagte die Orchester-Leiterin. Die Zahl der Abonnenten sei in der Saison 2016/17 sprunghaft von 3.964 auf 6.700 Abonnenten gestiegen. Und nach dem Vorverkaufsstart am 26. April für die neue Saison 2017/18 stieg die Zahl demnach innerhalb weniger Stunden um 2.710 auf jetzt knapp 10.000 Abonnenten. Der Vorverkauf für die Einzelkarten startet gemeinsam mit allen anderen Anbietern am 12. Juni.

Ein Schwerpunkt der kommenden Saison ist Ludwig van Beethoven gewidmet. Mit Klaus Maria Brandauer als Sprecher bringt Chefdirigent Thomas Hengelbrock eine eigens konzipierte Fassung von Beethovens Schauspielmusik "Egmont" auf die Bühne. Später in der Saison dirigiert er mit der "Eroica" sowie der "Missa solemnis" zwei weitere Hauptwerke Beethovens. Einen zweiten Schwerpunkt legt das Orchester auf die beiden großen Symphoniker des 20. Jahrhunderts, Gustav Mahler und Dimitrij Schostakowitsch, für deren Werke die Elbphilharmonie mit ihrer detailreichen Akustik ein idealer Aufführungsort ist.

Fünf Programme sind vokalsinfonischen Werken gewidmet, mit denen sich Komponisten mit Religions- und Glaubensfragen auseinander gesetzt haben. Neben zentralen Kompositionen wie Mozarts Requiem und Beethovens "Missa solemnis" oder auch Mahlers 3. Sinfonie wird Hengelbrock Arthur Honeggers dramatisches Oratorium "Jeanne d’Arc" dirigieren, die Sprechrollen übernehmen die Schauspieler Johanna Wokalek und Dominique Horwitz. Christoph Eschenbach wird mit Hindemiths Requiem "For Those We Love" seine erfolgreichen Hindemith-Interpretationen fortsetzen. Insgesamt stehen 110 Konzerte auf dem Programm, davon 80 in der Elbphilharmonie.

(dpa/MH)

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