Das internationale Kammermusikfestival Jerusalem

21. Mai 2017 - 09:15 Uhr

Sonntag, 21. Mai 2017 / 18:25 – 19:10 Uhr
ARTE

Musik (Israel 2016, Erstausstrahlung) Was als ein großes Experiment in der Initiative der Pianistin Elena Bashkirova startete, mauserte sich mit der Zeit zu einem erlesenen Treffpunkt der Kammermusikfreunde. Dazu beigetragen haben viele Faktoren. Zunächst die Einmaligkeit des Ortes Jerusalem, der Heiligen Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer mit ihrer 5.000-jährigen Geschichte. Die Stadt, in der sich viele Kulturen der Antike und Moderne begegnen, und vor allem die Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen: des Christentums, des Judentums und des muslimischen Glaubens.

Elena Bashkirova

Elena Bashkirova

ARTE zeigt Höhepunkte des Festivals von 2016. Darunter die Fantasia Contrappuntistica von Ferruccio Busoni in einer einmaligen Interpretation an zwei Klavieren mit Sir András Schiff und Kirill Gerstein. Busonis Versuch, die letzte und fragmentarisch gebliebene Fuge (BWV 1080, 19) von Johann Sebastian Bach zu vollenden, ein sehr anspruchsvolles Klavierwerk, erfährt hier eine exemplarische Aufführung.

Neben Johannes Brahms' Streichsextett Nr. 1, mit Baiba Skride, Itamar Zorman, Krzysztof Chorzelski, Madeleine Carruzzo, Julian Steckel und Tim Park, ein schwungvolles jugendliches Werk vollkommenster Meisterschaft, oder dem Klaviertrio Nr. 1 von Mendelssohn mit Itamar Zorman, Tim Park und Kirill Gerstein, bietet Dvořáks Klavierquintett einen besonderen Moment des Festivals. Denn zum ersten Mal ist er dabei: der großartige 93-jährige Menahem Pressler, der Gründer des weltberühmten Beaux Arts Trio, eine Legende der klassischen Musik. Allein sein Spiel: Mit den ersten Takten seines Klaviereinsatzes kommt er an die Weichheit der Streicher heran, dann bekommt die Musik einen himmlischen Glanz, eine "nicht von dieser Welt"- Aura. Schon wegen solcher unvergesslicher Abende lohnt sich der Besuch des Kammermusikfestivals in Jerusalem.

Das Programm endet im Sinne seiner 19-jährigen Festivaltradition, das heißt mit dem Streichoktett op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Werk eines 16-Jährigen, voller Optimismus und Virtuosität. Stellvertretend für ein Festival, das sich den wichtigen "Dialog der Kulturen" auf die Fahnen geschrieben hat.

(pt/MH)

Das Konzert ist aus hier zu erleben:

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