Chef des Tonkünstlerverbandes verteidigt Konzert zum G20-Gipfel

07. Juni 2017 - 15:07 Uhr

Hamburg – Der Präsident des Deutschen Tonkünstlerverbandes, Cornelius Hauptmann, hat das geplante Konzert zum G20-Gipfel in der Hamburger Elbphilharmonie verteidigt. "Die Einstellung, dass man 'bösen' Menschen – denn unter den G20-Staatschefs mögen einige Autokraten sein – keine Hoch- und Höchstkultur bieten sollte, weil es deren Selbstbespiegelung dienen könnte, ist falsch", schreibt Hauptmann in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Damit widerspricht er dem EKD-Kulturbeauftragten Johann Hinrich Claussen. Der Theologe hatte davor gewarnt, die Elbphilharmonie "umstandslos zur Bühne für die Mächtigen dieser Welt" zu machen.

Elbphilharmonie

Elbphilharmonie

Dagegen schreibt Hauptmann, der G20-Gipfel sei ein Aushängeschild für "die Offenheit unserer Gesellschaft und für unseren Kulturreichtum." Auch Musiker sollten ihn nutzen, um der Welt zu zeigen, dass es möglich sei "Hochkultur zu bieten, ohne liebedienerisch oder affirmativ der Politik gegenüber aufzutreten." Zum G20-Gipfel Anfang Juli wird das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs in der Elbphilharmonie geben.

(dpa/MH)

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