Unbekanntes von Beethoven und Braunfels beim Klavier-Festival Ruhr

13. Juli 2017 - 09:10 Uhr

Recklinghausen/Berlin (MH) – Ein Satz aus Beethovens nie vollendetem 6. Klavierkonzert ist am (heutigen) Donnerstag beim Klavier-Festival Ruhr zu erleben. Der Pianist Michael Korstick und die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Peter Ruzicka präsentieren das Fragment in Recklinghausen. Zudem bringen sie die lange verschollenen "Tag- und Nachstücke" für Klavier und Orchester von Walter Braunfels zur Uraufführung.

Michael Korstick

Michael Korstick

Ludwig van Beethoven hat 1815 an einem Klavierkonzert in D-Dur gearbeitet. "Es gibt eine angefangene handschriftliche Partitur, ein sogenanntes Arbeitsautograph, mit 256 Takten Musik – original von Beethoven", bestätigt Julia Ronge, Mitherausgeberin des 2014 erschienenen neuen Beethoven-Werkverzeichnisses. Zudem sind knapp 20 Seiten in einem Skizzenbuch des Komponisten überliefert. Die Musikwissenschaftler Nicholas Cook aus Großbritannien und Kelina Kwan aus Kanada schufen eine spielbare Fassung des ersten Satzes, die 1987 in Hongkong uraufgeführt wurde und seit dem nur selten zu hören ist.

Die "Tag- und Nachtstücke" von Braunfels entstanden 1933, zu der Zeit, als der Kölner Hochschuldirektor wegen seiner jüdischen Vorfahren aller Ämter enthoben und seine Musik mit Aufführungsverbot belegt wurde. Pianist Korstick charakterisiert die 30-minütige Komposition als eine Suite in fünf Sätzen im spätromantischen Stil, die in der Harmonik jedoch durchaus zukunftsgewandte Elemente besitze.

(wa)

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