Jarousskys erste Gesangslehrerin war nicht überzeugt

08. November 2017 - 17:54 Uhr

Hamburg/Berlin (MH) – Der französische Countertenor Philippe Jaroussky hatte bei seiner ersten Gesangslehrerin einen schweren Stand. "Sie meinte zu meiner Stimme nur: 'Ganz nett, aber klein. Ich glaube nicht, dass du ein Countertenor wirst", sagte der 39-Jährige der Zeitschrift "Brigitte Woman" (Ausgabe 12/2017). Er habe damals erwidert: "Vertraue mir. Das werde ich." Warum er sich so sicher war, könne er nicht erklären. "Ich konnte mich dort auf der Bühne als Sänger sehen. Und dann habe ich es einfach gemacht."

Philippe Jaroussky

Philippe Jaroussky

Als Kind habe er Geige gespielt und ständig zu hören bekommen: "Du bist ein toller Musiker, aber dir fehlt die Technik." Damals habe er sich schon damit abgefunden, niemals Solist an der Geige werden zu können. Zum Gesang kam er nach dem Besuch eines Konzerts mit einem Countertenor. Er sei völlig fasziniert gewesen: "Das wollte ich auch können." So habe er sich der Gesangslehrerin vorgestellt. "Und jetzt stehe ich auf der Bühne, alle Augen auf mich gerichtet."

Nur zum Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie Anfang des Jahres hätte Jaroussky es fast nicht geschafft. Am Vortag hatte er einen Auftritt mit Cecilia Bartoli in Zürich und konnte am nächsten Morgen seinen Pass nicht finden, berichtete der Sänger. "Ich hatte ihn, ohne es zu merken, ein paar Tage zuvor im Zug verloren. Ich hatte weder Ausweis noch Führerschein, nichts." Letztlich hätten ihn die Schweizer auch so fliegen lassen. "Ich kam ziemlich aufgelöst in Hamburg an, wir probten noch einmal, und dann ging es schon los." Seine Duopartnerin, die Harfenistin Margret Köll, habe ihm zum Glück sagen können, "wann ich aufstehen und singen musste".

(wa)

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