Cambreling will weniger Opern leiten – mehr Konzerte

01. Januar 2018 - 11:48 Uhr

Stuttgart – Der Stuttgarter Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling will nach seinem Abschied vom Staatsorchester künftig mehr Konzertaufführungen als Opernaufführungen leiten. Der Konzertbetrieb sei leichter als die Opernarbeit, weil Musiktheater viel mehr Proben verlange und oft eine lange Serie an Vorstellungen habe, sagte der 69-Jährige vor dem Jubiläumskonzert des Ensembles am Neujahrstag.

Sylvain Cambreling

Sylvain Cambreling

Der Franzose gibt die Leitung des Staatsorchesters zur nächsten Spielzeit an Cornelius Meister ab. "Ich werde als Gast präsent sein an vielen Orten. Es ist noch viel zu früh für die Pension", sagte Cambreling, der am 2. Juli 70 Jahre alt wird. "Man kriegt sehr viel Energie durch die Musik", sagte Cambreling. Weil er keine Familie habe, sei er frei. Sein Orchester in Japan – das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokio – will er ebenso weiter leiten, wie er auch seine Aufgaben als erster Gastdirigent des Klangforums Wien für zeitgenössische Musik wahrnehmen will.

Am Vorabend seines 70. Geburtstags wird Cambreling am 1. Juli 2018 die Uraufführung der Oper "Erdbeben. Träume" des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa dirigieren. Regie und Dramaturgie übernimmt das Duo Jossi Wieler und Sergio Morabito. Opernintendant Wieler verabschiedet sich wie Cambreling nach dieser Spielzeit von den Staatstheatern.

Cambreling präsentiert 425 Jahre Geschichte des Staatsorchesters

Zur Jubiläumsspielzeit des 425 Jahre alten Staatsorchesters Stuttgart will der Generalmusikdirektor die ganze große Geschichte des Klangkörpers präsentieren. "Das Orchester ist in der Lage, von der einen auf die andere Minute in einen anderen Stil zu wechseln. Es beherrscht alles vom Barock bis zur Musik von heute", sagte Cambreling. Auf dem Programm des Jubiläumskonzerts standen Werke von Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Strauss, Hector Berlioz und Helmut Lachenmann sowie – vom "Vater aller Musik" – Ludwig van Beethoven.

Der Dirigent lobte die "enorme Flexibilität und Konzentration" des Orchesters, das neben München, Dresden und Kassel zu den ältesten Theaterorchestern der Welt zählt. Das 2002 von der Zeitschrift "Opernwelt" als "Orchester des Jahres" ausgezeichnete Ensemble vereine die besten Eigenschaften eines Opern- und eines Symphonieorchesters, sagte Cambreling. Die 136 Musiker spielen mehr als 230 Opern- und Ballettaufführungen im Jahr. Hinzu kommen Konzerte, darunter auch die bei vielen Zuhörern beliebten kostenlosen Lunchkonzerte.

(dpa/MH)

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