Leidenschaftliche Premiere von Meyerbeers "L’Africaine"

25. Februar 2018 - 23:43 Uhr

Frankfurt am Main (MH) – Mit der erfrischenden Inszenierung der Grand opéra "L’Africaine – Vasco da Gama" hat die Oper Frankfurt am Sonntagabend heftige Buhs und Bravos unter den Zuschauern hervorgerufen. Dass Regisseur Tobias Kratzer das letzte Werk Giacomo Meyerbeers aus dem Jahr 1865 ins Weltall verlagerte und eine zum Teil humorvolle Science-Fiction-Oper aus dem Stoff über den portugiesischen Eroberer Vasco da Gama machte, fand keine ungeteilte Zustimmung. Auch, dass Kostüm- und Bühnenbildner Rainer Sellmaier die Afrikanerin (bzw. Inderin) Selika und den Sklaven Nelusko in blaue Avatar-Wesen verwandelte, deren Stamm von Astronauten bezwungen wird, teilte die Meinungen.

"L'Africaine - Vasco da Gama"

"L’Africaine – Vasco da Gama"

Während sämtliche Sänger, allen voran das überragende Ensemblemitglied Claudia Mahnke als "Außerirdische" Selika frenetisch bejubelt wurden, mussten sich Kratzer und sein Team auch heftigen Buhrufen stellen. Ein traumhaftes Deutschland-Debüt gab die kanadische Sopranistin Kirsten MacKinnon als Ines und ein bemerkenswertes Frankfurt-Debüt der US-amerikanische Tenor Michael Spyres in der Titelpartie. Auch Brian Mulligan als Nelusko sang und spielte überragend, während Andreas Bauer mit der Verkörperung Don Pedros dem finsteren Gegenspieler Vascos kraftvolles Gewicht verlieh.

Am Pult überzeugte der italienische Gastdirigent Antonello Manacorda, der die rekonstruierte Originalfassung dieser selten zu sehenden Oper mit großer Kenntnis der verschiedenen Stilrichtungen zum Blühen brachte.

(bb/wa)

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