Anzeige

Anzeige

Spanischer Dirigent López Cobos in Berlin gestorben

02. März 2018 - 15:01 Uhr

(Zusammenfassung – Neu: Mehr Details)

Madrid/Berlin (MH) – Der Dirigent Jesús López Cobos ist am Freitag in Berlin gestorben. Das teilte seine Agentur Conciertos Vitoria mit. Der Spanier, der von 1981 bis 1990 als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin wirkte, wurde 78 Jahre alt. Einer Meldung der Tageszeitung "El Mundo" zufolge erlag der Künstler einem Krebsleiden. Er soll in seiner Geburtsstadt Toro in der Provinz Zamora beigesetzt werden.

Jesús López Cobos (1940-2018)

Jesús López Cobos (1940-2018)

"Die Deutsche Oper Berlin trauert um einen herausragenden Künstler und hoch verehrten Kollegen", sagte eine Sprecherin. Generalintendant Götz Friedrich hatte den Spanier 1981 als GMD geholt, "um gemeinsam mit ihm den Erneuerungsprozess des Musiktheaters zu beginnen". Zu den Höhepunkten seiner neun Spielzeiten dauernden Arbeit zählt die Neuproduktion von Wagners "Ring des Nibelungen" unter Friedrichs Regie. López Cobos dirigierte auch Operetten wir Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" oder Stücke wie Meyerbeers "Die Hugenotten", Bergs "Lulu" und Verdis "La Forza del Destino". Der Spanier habe sich stets als "Ermöglicher auch kontroverser szenischer Sichtweisen" verstanden, hieß es in einer Mitteilung.

Der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, erklärte: "Mit Jesús López Cobos verlieren wir einen großen Meister und Kenner – und einen sehr feinen Menschen." Im Haus am Ring war der Dirigent zuletzt mit Puccinis "Tosca" aufgetreten. Seine geplanten Dirigate von Verdis "Aida" im April und Mai 2018 hatte er danach bereits abgesagt.

López Cobos studierte zunächst Philosophie in Madrid und ab 1966 Dirigieren bei Franco Ferrara in Italien sowie bei Hans Swarovsky in Wien. 1971 debütierte er mit Puccinis "La Bohème" an der Deutschen Oper Berlin. Von 1984 bis 1988 war er Musikdirektor des Spanischen Nationalorchesters und von 2003 bis 2010 in gleicher Position am Teatro Real de Madrid.

López Cobos war Chefdirigent beim Cincinnati Symphony Orchestra (1986-2001) und beim Lausanner Kammerorchester (1990-2000). Er stand als erster spanischer Dirigent am Pult der Mailänder Scala, des Londoner Royal Opera House, der Opéra de Bastille und der Metropolitan Opera New York. 1987 dirigierte er mit einem Gastspiel der Deutschen Oper Berlin den ersten kompletten "Ring"-Zyklus in Japan. Als erster Dirigent wurde López Cobos mit dem Prinz-von-Asturien-Preis der Künste ausgezeichnet. Zudem erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und zahlreiche weitere Ehrungen.

(wa)

Mehr zu diesem Thema:

Dirigent Jesús López Cobos (78) gestorben
(02.03.2018 – 13:43 Uhr)

Weitere Nachrichten

Link:

http://www.conciertosvitoria.com

https://deutscheoperberlin.de

© MUSIK HEUTE. Alle Rechte vorbehalten – Informationen zum ➜ Copyright

Mehr zu diesen Schlagwörtern: , , , , , , ,
Print Friendly
Andere Beiträge