Schäuble nach der Matthäuspassion ergriffen und erschöpft

27. März 2018 - 18:23 Uhr

Hamburg/Berlin (MH) – Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (75) ist bekennender Fan von Johann Sebastian Bach. Seine Lieblingskomposition ist die Matthäuspassion, wie er der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte. "Die Matthäuspassion packt einen zweieinhalb Stunden lang und lässt einen nicht los. Danach ist man ergriffen, aber auch erschöpft. So soll es sein", sagte der CDU-Politiker.

Wolfgang Schäuble

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Nebenbei oder nach Feierabend könne man das Werk jedoch nicht konsumieren. Dazu brauche man Zeit und innere Bereitschaft. Man müsse sich vorbereiten. Am liebsten höre er die Matthäuspassion im Freiburger Münster in der Fastenzeit vor Ostern. "Dort sind die Bänke hart, und es ist kalt." Als sakrales Kunstwerk brauche die Passion den sakralen Raum, um richtig zu wirken. "Das ganze Werk ist eine Reflexion der Sterblichkeit. Wer es hört und nicht an den Tod denkt, ist wohl nicht ganz bei der Sache", meinte Schäuble.

Nach dem Attentat auf ihn lag der Politiker 1990 wochenlang im Krankenhaus. "Wenn Sie als Frischverletzter regungslos auf dem Rücken liegen und eine lange und wache Nacht hinter sich haben, dann ist Musik am Morgen ein Segen", sagte Schäuble. Die Matthäuspassion kam aber nicht aus dem Radio. "Das wäre damals zu viel für mich gewesen."

In seiner Jugend spielte Schäuble Geige. Als Bundesfinanzminister (2009-2017) hat er in dem Ministerium eine Konzertreihe etabliert. Regelmäßig besucht er Konzerte der Berliner Philharmoniker.

(wa)

(Redaktionshinweis: Das "Zeit"-Interview lag MH vorab vor.)

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