Oper Stuttgart: Philharmonie-Neubau als Interim?

14. Mai 2018 - 15:55 Uhr

Stuttgart – Im Streit um eine Übergangsspielstätte für Stuttgarts Oper während der geplanten Sanierung des alten Opernhauses hat die CDU-Ratsfraktion einen reinen Interimsbau abgelehnt. Bei erwarteten Kosten weit jenseits von 50 Millionen Euro sei dieser einfach nicht zu vertreten, sagte Fraktionschef Alexander Kotz am Montag in Stuttgart. Die CDU wolle etwas Nachhaltiges: einen Neubau, der aber anschließend noch sinnvoll genutzt werden könne. So gelte es zu prüfen, ob man eine – "dringend notwendige" – Philharmonie so bauen könnte, dass sie in den ersten Jahren als Oper genutzt wird.

Opernhaus Stuttgart

Opernhaus Stuttgart

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hatte die Pläne für die Nutzung eines alten Paketpostamtes als Interimsspielstätte für Oper und Ballett überraschend gestoppt, nachdem ein Gutachten Kosten von 116 Millionen Euro und mehr vorhergesagt hatte. Das Land will dennoch an der Planung festhalten, reagierte vergangene Woche verschnupft auf Kuhns Alleingang. Land und Stadt stünden nun vor einem "Scherbenhaufen ihrer Interimsplanung", kritisierte CDU-Fraktionschef Kotz. Selbst, wenn das Land mehr in den Topf gebe, sei das Thema Paketpostamt erledigt. "Das ist ja alles auch Steuergeld."

Statt jetzt nach einer anderen Lösung für einen reinen, vergänglichen Interimsbau zu suchen, müsse die Planung für eine Philharmonie vorangetrieben werden. Der CDU-Fraktion schwebe ein "kulturell und architektonisches Ausrufezeichen" vor, sagte Kotz. "Ein neuer Magnet für unsere Stadt." Für die ersten Jahre könnten dort Oper und Ballett einziehen, danach könnte der Saal zum Konzertsaal umgebaut werden.

Möglicher Standort sei auf dem Gelände von Stuttgart 21 am Hauptbahnhof, wo jedoch ein Baubeginn realistisch nicht absehbar sei. Andere Standorte müssten geprüft werden. Nähe zu bestehenden Kultureinrichtungen sei für die CDU-Fraktion kein Muss, sagte Kotz. Schließlich könne man mit so einem Bauwerk auch städtebaulich einiges bewegen. Was für die CDU nicht infrage komme, sei der Umbau des Opernhauses in einen Konzertsaal und der Neubau einer Oper nebenan. Der mehr als 100 Jahre alte Littmannbau sei für die CDU unumstößlich der Standort für Oper und Ballett in Stuttgart.

(dpa/MH)

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