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"Buddha Passion" von Tan Dun begeistert in Dresden

24. Mai 2018 - 09:10 Uhr

Dresden – Die Uraufführung der "Buddha Passion" des chinesischen Komponisten Tan Dun ist am Mittwochabend bei den Musikfestspielen in Dresden auf breite Zustimmung gestoßen. Nach der Aufführung des gut zweitstündigen Werkes war das Publikum im Kulturpalast begeistert. Tan Dun, der am Pult die Münchner Philharmoniker, die Internationale Chorakademie Lübeck und ein Solistenensemble mit Künstlern aus Asien leitete, wurde gefeiert.

Tan Dun

Tan Dun

Die Komposition war als Auftragswerk mehrerer Institutionen entstanden. Neben den Dresdner Festspielen zeichneten dafür die Philharmonischen Orchester von New York und Los Angeles und das Melbourne Symphony Orchestra verantwortlich. In allen drei Städten soll das Werk zu einem späteren Zeitpunkt erklingen. Tan Dun – Oscar- und Grammy-Preisträger – wurde nicht zuletzt mit Filmmusiken ("Tiger and Dragon") weltbekannt.

Für die "Buddha Passion" ließ er sich von Wandmalereien in den Höhlentempeln von Dunhuang an der chinesischen Seidenstraße inspirieren. Das Werk changiert zwischen Oratorium und Oper. Tan Dun, der auch das Libretto schrieb, erzählt den Kosmos von Buddha anhand von sechs Kurzgeschichten, die miteinander verbunden sind, aber auch einzeln aufgeführt werden können. Auch ein mongolischer Meister des Obertongesanges war an der Aufführung beteiligt.

Tan Dun hatte die Uraufführung auch deshalb nach Dresden gegeben, weil er hier vor 35 Jahren bei einem Kompositionswettbewerb erfolgreich war und gute Erinnerungen an die Elbestadt behielt. Nach eigenen Angaben war er 1983 als erster chinesischer Komponist überhaupt auf einem internationalen Festival ausgezeichnet worden. Die Musikfestspiele wollten mit der "Buddha Passion" wiederum eine spirituelle Brücke zwischen den Menschen in Asien und Europa bauen.

Künftig soll es jedes Jahr beim bekanntesten ostdeutschen Klassikfestival eine Weltpremiere geben. Solche Projekte seien möglich, weil das Festival eine hohe Dynamik entfaltet und die Eigeneinnahmen immer weiter verbessert habe, sagte Intendant Jan Vogler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

(dpa/MH)

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