Wagner-Sängerin Meier vermisst in Bayreuth alte Zeiten

23. Juli 2018 - 22:01 Uhr

Bayreuth – Die Wagner-Sängerin Waltraud Meier (62) vermisst bei ihrer Rückkehr auf den Grünen Hügel die gute alte Zeit. Früher habe sie die Bayreuther Festspiele wie eine Familie empfunden. "Dieses Gefühl habe ich nicht mehr", sagte sie dem "Nordbayerischen Kurier" (Mittwochsausgabe). "Zum Beispiel die Situation wie früher in der Kantine, wo man einfach wusste: Rechts hinten in der Ecke ist die Kartenspielertruppe von uns Solisten. Das ist jetzt alles vorbei."

Waltraud Meier

Waltraud Meier

Die Zeiten seien andere geworden. "Es ist viel mehr abgesperrt als früher. Ich habe das Gefühl, dass man sich jetzt nicht mehr einfach so in eine Orchesterprobe reinsetzen und zuhören kann." Aber vielleicht täusche sie sich auch in ihrem Eindruck. "Ich bin halt noch sehr von den Erinnerungen an die Wolfgang-Wagner-Ära geprägt und finde jetzt erst langsam in den heutigen Betrieb hinein."

Die Mezzosopranistin hatte sich mit dem damaligen Intendanten gestritten und das Handtuch geworfen. Sie kehrt nun nach 18 Jahren Festspiel-Abstinenz an diesem Mittwoch auf den Grünen Hügel zurück. In der Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper "Lohengrin" von Regisseur Yuval Sharon wird sie als Ortrud auf der Bühne stehen. Ihr Comeback soll gleichzeitig ein Abschied sein. "Das ist mein letztes Jahr", sagte sie der Zeitung. "Ich sage ja immer: Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist."

(dpa/MH)

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