Dresdner Musikfestspiele erinnern 2019 an Visionäre

12. September 2018 - 15:55 Uhr

Dresden – Mit dem Motto "Visionen" nehmen die Dresdner Musikfestspiele 2019 Bezug auf das Bauhaus-Jubiläum. "Es ist nicht so sehr ein musikalisches, sondern auch ein gesellschaftliches Thema", sagte Intendant Jan Vogler am Mittwoch bei der Vorstellung des dreiwöchigen Programms. Die 56 geplanten Veranstaltungen sollten Menschen bereichern und in "den Zustand einer Empathie für die Welt" versetzen.

Dresdner Musikfestspiele

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Kultur, Kunst und Musik können laut Vogler Vorreiter sein in einer von Ignoranz, Sturheit und Rechthaberei bestimmten Zeit, die die ganze Welt betrifft. "Das ist keine rein sächsische Situation." Dabei werde immer vergessen, dass Demokratie nicht Chaos, sondern Ordnung sei. Unterschiedliche Standpunkte müssten auch bei Reizthemen in der Gesellschaft akzeptiert und diese friedlich so ausdiskutiert werden, dass man am Ende noch mit jemandem reden kann, der einen Gegenpol vertritt. "Das ist etwas, was Musik tun kann: vermitteln."

Gemeinsam mit Künstlern und Musikerkollegen aus aller Welt will Vogler im Sinne der Bauhaus-Philosophie Genregrenzen sprengen und Traditionen neu beleben – von Klassik bis Pop, zwischen dem Auftakt mit dem Dresdner Festspielorchester und Sänger René Pape bis zum Ende mit Gitarrist Eric Clapton und Band im klassischen Konzertsaal. "Die Idee, Stil, Geschmack und Lebensqualität in alle Bereiche des Lebens zu bringen, hat mich immer inspiriert."

Zu den Höhepunkten des Festivals gehört die Uraufführung eines Vogler gewidmeten Cello-Konzerts mit drei Komponistenhandschriften: dem Dresdner Sven Helbig, dem US-Amerikaner Nico Muhly und dem Chinesen Zhou Long. Es gibt zudem eine choreografische Neufassung des "Triadischen Balletts" von Oskar Schlemmer und Modest Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" mit dem russischen Pianisten Nikolai Tokarev und einem Video von Kandinskys Inszenierung in Dessau 1928.

Es gastieren die Berliner Staatskapelle mit Daniel Barenboim, die Wiener Philharmoniker unter Tugan Sokhiev und das Orchester des Sankt Petersburger Mariinsky-Theaters mit Valery Gergiev. Die litauische Dirigentin Mirga Gražinyte-Tyla gibt ihr Debüt an der Elbe, die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan kehrt als Dirigentin mit dem Opernprojekt "The Rake’s Progress" zurück. Auch Cellist Yo-Yo Ma und die Geiger Joshua Bell, Anne-Sophie Mutter und Lisa Batiashvili sowie Pianistin Hélène Grimaud sind "alte Bekannte".

Die Dresdner Musikfestspiele haben für den 42. Jahrgang einen Etat von 5,3 Millionen Euro, etwa eine Million Euro mehr als 2018. Mehr als die Hälfte des Volumens sind bereits über Sponsoren und den Kartenverkauf finanziert, wie Verwaltungsdirektor Christian Eckardt sagte. Auch der Freistaat unterstützt das von der Stadt getragene Festival. Die Auslastung der Veranstaltungen lag in diesem Jahr bei 91 Prozent, die Karteneinnahmen bei 1,54 Millionen Euro.

(dpa/MH)

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