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Premiere von Brittens "War Requiem" in Greifswald – Drei-Länder-Projekt mit 250 Mitwirkenden

28. Oktober 2018 - 10:20 Uhr

Greifswald – 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs bringen die Theaterhäuser in Vorpommern, im polnischen Stettin und im litauischen Klaipeda Benjamin Brittens "War Requiem" in einer internationalen Theaterkooperation auf die Bühne. Die Aufführung mit zwei Orchestern, vier Chören und drei herausragenden Solisten sei als "universelles Kriegsgedenken" gedacht, sagte der Intendant des Theater Vorpommerns, Dirk Löschner. Premiere ist am (heutigen) Sonntag im Greifswalder Dom.

Greifswalder Dom St. Nikolai

Greifswalder Dom St. Nikolai

Das Ende des Krieges brachte Litauen und Polen die Unabhängigkeit. Das Werk des glühenden Pazifisten Britten (1913-1976) wurde 1962 in der neugebauten Kathedrale im britischen Coventry uraufgeführt, deren Vorgängerbau durch deutsche Bomben weitgehend zerstört worden war. Zudem sei das Werk als Mahnung vor neuen Kriegen in einem Europa zu verstehen, das aktuell eine lange Friedensphase erlebe.

Die wie ein Oratorium angelegte Komposition verbindet den lateinischen Text der Missa pro defunctis mit englischsprachigen Gedichten von Wilfried Owen, der 1918 kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges fiel. Die Theater kooperieren in dieser Form erstmals miteinander. Sie hatten das grenzüberschreitende Projekt zur Förderung beim Bund eingereicht und den Zuschlag erhalten.

"Es ist ein Riesenprojekt", sagte Löschner. "Keines unserer Häuser hätte es allein stemmen können." Die Oper Stettin und das Theater Vorpommern arbeiten bereits seit 2013 zusammen und haben nun das Staatliche Musiktheater Klaipeda mit ins Boot geholt.

Für Brittens "War Requiem" spielen das Orchester der Opera na Zamku Stettin und das Philharmonische Orchester Vorpommern. Zudem sind die Opernchöre aus Stettin, Klaipeda und Vorpommern an der Aufführung beteiligt. Als Knabenchor konnte der Chor "Slowiki" aus Stettin gewonnen werden. An den Aufführungen in Greifswald, Stettin, Klaipeda und im Berliner Dom wirken insgesamt 250 Musiker und Sänger mit.

(dpa/MH)

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