"Erklärung der Vielen": Hunderte Kulturinstitutionen bilden Bündnis gegen Rechts

09. November 2018 - 15:33 Uhr

Berlin – Fast 400 Kulturinstitutionen bundesweit haben sich zu einem Bündnis gegen Rechts zusammengeschlossen. In Berlin und anderen Städten stellten die Initiatoren am Freitag eine "Erklärung der Vielen" vor, in der sie sich zum Engagement gegen Nationalismus und Intoleranz und für die Freiheit der Kunst verpflichten.

Goldfolie "Die Vielen"

Goldfolie "Die Vielen"

"Ich hoffe, wir werden den Rechten von heute an das Leben deutlich schwerer machen", sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, der Dachorganisation von mehr als 250 Bundeskulturverbänden, in Berlin. Gerade in kleineren Orten sei der Druck von Rechts dramatisch gewachsen.

Der Anstoß zu der Kampagne kam von dem 2017 gegründeten Verein Die Vielen, der von der Stiftung des Fotografen Wolfgang Tillmans unterstützt wird. Gemeinsames Symbol ist eine gold-glitzernde Rettungsdecke, die von allen als Erkennungszeichen genutzt werden soll. Nach lokalen und selbstorganisierten Veranstaltungen in ganz Deutschland sind für Mai 2019 bundesweit "Glänzende Demonstrationen" geplant.

In Berlin schlossen sich mehr als 140 Kulturinstitutionen der Initiative an, darunter die drei großen Opernhäuser, alle führenden Theater, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Berliner Festspiele. Dietmar Schwarz, Intendant der Deutschen Oper Berlin, sagte die Unterstützung aller deutschsprachigen Opern zu. Kai Uwe Peter von der gastgebenden Stiftung Brandenburger Tor erinnerte an die besondere Verpflichtung der Deutschen, nach den Verbrechen der Nazizeit für Freiheit und Toleranz einzustehen: "Jeder von uns unterstützt mit der Kultur die Demokratie", sagte er.

Auch in Nordrhein-Westfalen unterzeichneten mehr als 140 Theater, Künstler, Museen und Kultureinrichtungen die Erklärung. Es gehöre zu den Stärken der Kulturschaffenden, dass sie in der Gesellschaft Zeichen setzen können, sagte Wilfried Schulz, der Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses. Weitere Unterstützer sind unter anderem die Theater in Bielefeld, Münster, Bochum, Dortmund, Essen, Köln und Düsseldorf, das Museum Folkwang und die Kölner Philharmonie.

In Hamburg zählten die Initiatoren rund 100 Unterzeichner, darunter das Thalia Theater, das Schauspielhaus, das Reeperbahnfestival und die Kunsthalle. "Es genügt nicht, dass wir uns nur gegen Rechts positionieren", sagte Initiatorin und Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard. "Wir müssen mit eigenen pluralen Positionen wieder die Offensive übernehmen und sollten die Politik nicht alleine den Politikern überlassen."

(dpa/MH)

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