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Wehmütiger Abschied: Gruberová verlässt Opernbühne mit Paraderolle

27. März 2019 - 22:58 Uhr

München (MH) – Blumen, Pralinen, Tränen, ein Kniefall des Staatsintendanten Nikolaus Bachler mit Übergabe von Elisabettas Originalkrone unter rotem Rosenblätterregen und Beifallsstürme von lockeren 50 Minuten – Edita Gruberovás Abschied von der Opernbühne am Mittwochabend an der Bayerischen Staatsoper war hohe Kunst, Spektakel und ein bisschen Wehmut – wenn nicht Trauerspiel. Denn: Wer wird nun die Koloraturen so mühelos brillant setzen und – vor allem – so uneitel und kompromisslos mit so viel Emotionen ummanteln? Nach insgesamt über 300 Auftritten in München kann man kaum glauben, dass die Belcanto-Queen tatsächlich nie wieder die Opernbühne betreten soll!

Abschiedsvorstellung Edita Gruberova

Abschiedsvorstellung Edita Gruberova

In München war die "Elisabetta" in Donizettis "Roberto Devereux" zu Gruberovás Paraderolle der vergangenen Jahre geworden. Hier entrollte der Fanclub die Balkonplakate. Hier ließen sich die Wartenden der Ticketschlange für die Opernfestspiele seit morgens um fünf Uhr von der Intendanz mit Brezeln versorgen. Heute zum 52. Mal (Bachler sagte: 54) hat "La Gruberová" in der Christof-Loy-Inszenierung die Rolle der alternden Königin verkörpert, die an der Liebe zu ihrem untreuen Roberto zerbricht. Jedes Mal stockte dem Publikum der Atem, wenn sie am Schluss in perfektem Timing langsam ihre blonde Lockenperücke vom Kopf nahm und in entwaffnender Ehrlichkeit die grauen Haare zum Vorschein kamen. Großes Drama, große Emotionen.

Denn Gruberová kam es bei aller technischen Perfektion nie auf die Perfektion allein an. Künstlerische Reife, so ihr Credo, erwächst aus der persönlichen Erfahrung, und hinter dem glamourösen Bühnenleben prägten ernste Zeiten ihr Kunstkönnen. Gerade dies aber ermöglichte ihre unbedingte musikalische Präsenz und den Eindruck von Ehrlichkeit.

1974 hatte die Slowakin die erste "Königin der Nacht" in München gesungen. Ansonsten 33 Mal Lucia di Lammermoor, 28 Mal Lucrezia Borgia, 37 Mal Anna Bolena, 26 Mal Elvira in "I Puritani", 28 Mal Norma, 28 Mal Rosina in "Il barbiere di Siviglia". An diesem Abend nun ihre letzte "Elisabetta" in mitreißendem Team mit Charles Castronovo als Roberto, Silvia Tro Santafé als Sara und mit Gruberovás musikalischem Lebensbegleiter Friedrich Haider am Pult.

Und was passiert nun mit der Inszenierung? In der nächsten Saison jedenfalls pausiert sie.

(Von Martina Kausch)

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(mk/wa)

(Redaktionshinweis: Das Foto wurde am 28.03.2018, 18:58 Uhr, in den Text eingefügt.)

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