Carmen, Violetta, Mimi, romantisch und fatal

07. Juli 2019 - 10:00 Uhr

Sonntag, 07. Juli 2019 / 17:45 – 18:40 Uhr
ARTE

Dokumentation (Frankreich 2017, Erstausstrahlung) Carmen, Violetta und Mimὶ sind die Heldinnen der drei meistaufgeführten romantischen Opern der Welt: "Carmen", "La Traviata" und "La Bohème". Alle drei sind Modelle der Emanzipation: Carmen – die Schöne und Begehrte, die ihren unbändigen Drang nach Freiheit mit dem Leben bezahlt; Violetta – die umschwärmte Kurtisane aus "La Traviata", die sich aus Liebe opfert, eine Art "weltliche Heilige"; und schließlich die liebliche und bedauernswerte Mimì, die einfache Stickerin aus "La Bohème", die schon in jungen Jahren von der Schwindsucht hinweggerafft wird.

Carmen (Mi.), Violetta (re.), Mimi (li.)

Carmen (Mi.), Violetta (re.), Mimi (li.)

Wie nahmen diese literarischen Figuren Form an? Wurden sie Frauen nachempfunden, die tatsächlich lebten? Anhand eines gelungenen Zusammenschnitts von Archivmaterial, musikalisch untermalt mit weltberühmten Arien, begibt sich die Dokumentation auf die Suche nach den realen Vorbildern für diese Opernheldinnen.

Die Spur führt ins Paris des mittleren 19. Jahrhunderts, als die Schriftsteller Alexandre Dumas der Jüngere, Prosper Mérimée und Henry Murger neue schillernde Romanfiguren schufen. Den Stoff für ihre Prosa schöpfen die Autoren aus dem eigenen Leben. Drei große Komponisten – Giuseppe Verdi, Georges Bizet und Giacomo Puccini – arbeiteten die Psychologie dieser Figuren für ihre Opernwerke schließlich noch weiter heraus, bis daraus die berühmten Frauenfiguren entstanden, die bis heute das Ewig-Weibliche verkörpern.

Wer sich auf ihre Spur begibt, dem erschließt sich das gesamte 19. Jahrhundert mit seiner Mode, Literatur und Musik vor dem Hintergrund der Entstehung des Bürgertums im Nachgang an die industrielle Revolution.

(pt/MH)

Die Dokumentation ist auch hier zu sehen:

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