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Mozarts "Don Giovanni" in Hamburg: Die Musik sagt alles

21. Oktober 2019 - 09:15 Uhr

Hamburg – Die von Jan Bosse geleitete Neuinszenierung von Mozarts "Don Giovanni" hat am Sonntagabend an Hamburgs Staatsoper Premiere gefeiert. Dabei kam die musikalische Interpretation unter der Leitung von Adam Fischer eher beim Publikum an als Bosses zurückhaltende Regiearbeit.

"Don Giovanni"

"Don Giovanni"

Das Ensemble wirkte exzellent besetzt und hochmotiviert. Der Bariton Andrè Schuen als Don Giovanni und der Bassbariton Kyle Ketelsen als Leporello sprühen szenisch Funken und singen dabei klar, klangvoll und textverständlich. Julia Kleiter als Donna Anna singt strömend und warm, nimmt sich aber zu viele metrische Freiheiten. Anna Lucia Richter macht das Bauernmädchen Zerlina mit leuchtendem Sopran und viel Spielwitz zu einem Kraftzentrum der Inszenierung.

Und dann ist da noch die Schauspielerin Anne Müller als "Amor/Tod", eine Erfindung Bosses. Dieses androgyne Wesen spiegelt die Liebeswirren in katzenhaften Bewegungen oder tanzt Disco zu Mozart.

Das Bühnenbild verzichtet auf überflüssige Zutaten. Stéphane Laimé hat auf die Bühne heruntergekommene Fassaden eines alten Palazzos gestellt, die sich spiralförmig drehen. Jan Speckenbach hat eine angenehm unaufdringlich kommentierende Videoprojektion beigesteuert.

Der Mozart-Spezialist Adam Fischer am Pult des Philharmonischen Staatsorchesters entlockt den Musikern mal verführerischen Schmelz und mal beängstigend fahle Klänge. Die Sänger trägt er gleichsam auf Händen. Wenn es auch zwischen Bühne und Graben immer mal klappert, Fischer macht es auf mitreißende Weise deutlich: Die Musik sagt alles.

(dpa/MH)

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