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"Lady Macbeth von Mzensk" an Frankfurter Oper gefeiert

03. November 2019 - 23:35 Uhr

Frankfurt am Main (MH) – Einhellige Zustimmung äußerten die Zuschauer nach der Premiere einer erschütternden "Lady Macbeth von Mzensk" am Sonntagabend im Frankfurter Opernhaus. Dabei verschmolz das packende Dirigat von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, die starke Setzung des Bühnenbildners Kaspar Glarner und die menschlich sensible Personenregie von Anselm Weber zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk.

"Lady Macbeth von Mzensk"

"Lady Macbeth von Mzensk"

Weber, Intendant am Frankfurter Schauspiel, hat mit der dystopischen Interpretation von Dmitri Schostakowitsch’s Meisterwerk nach seiner viel beachteten Sicht auf die KZ-Oper "Die Passagierin" von Miecyzlaw Weinberg im Jahr 2015, nun eine weitere ausdrucksstarke Arbeit vorgelegt. Seine Kaufmannsgattin Katerina hat von Anfang an in diesem kalten Russland der Zukunft keine Chance. Für sie gibt es in der völlig empathielosen, mit Überwachungstechnik ausgestatteten und lebensfeindlichen Umwelt keine Möglichkeit, Erotik und Liebe zu erleben. Glarner hat für diese gnadenlose Welt einen entsprechend gnadenlosen Einheitsraum errichtet: ein gewaltiges, trichterförmiges Gefängnis mit glatten Betonwänden, die jeden Gedanken an Flucht unmöglich machen.

Die beiden Gegenspieler Katerina und ihr sadistischer Schwiegervater Boris waren mit der großen Sopranistin Anja Kampe und dem durchschlagenden Bassisten Dmitry Belosselskiy atemberaubend besetzt. Heftig bejubelt auch die beiden Frankfurt-Debütanten und dabei so farbenreich unterschiedlichen Tenöre Dmitry Golovnin als Liebhaber Sergei und Evgeny Akimov als Ehemann Katerinas. Dirigent Weigle verstand es vorzüglich, sowohl die bedeutende Bühnenmusik der Blechbläser, die in den Beleuchtungsklappen rechts und links über dem Orchestergraben platziert waren, als auch die gewaltigen Chortableaus und die vielen satirischen Charakterstudien zu einem farbenreichen Gesamtklang zusammenzuführen.

(Von Bettina Boyens)

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(bb/wa)

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