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Deutschen Grundschulen fehlen ausgebildete Musiklehrer

11. März 2020 - 14:08 Uhr

Gütersloh/Berlin (MH) – Den Grundschulen in Deutschland fehlen rund 23.000 Musiklehrer. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie hervor, die der Deutsche Musikrat, die Konferenz der Landesmusikräte und die Bertelsmann Stiftung gemeinsam in Auftrag gegeben haben. In 14 der 16 Bundesländer gebe es rund 17.000 grundständig ausgebildete Musikpädagogen. Benötigt würden jedoch etwa 40.000 Lehrkräfte, um den Musikunterricht laut der jeweiligen Lehrpläne fachgerecht zu ermöglichen.

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Wegen des Mangels würden lediglich 43 Prozent des von den Ländern vorgeschriebenen Musikunterrichts von Fachlehrern gegeben. 50 Prozent des Unterrichts würden fachfremd erteilt, rund sieben Prozent fielen aus. Der Anteil des fachfremd erteilten Unterrichts variiere stark zwischen den Ländern und liege zwischen elf Prozent und 73 Prozent. Im Westen Deutschland werde tendenziell öfter fachfremd unterrichtet als in Ostdeutschland.

Ohne Gegenmaßnahmen wachse der Mangel an ausgebildeten Musiklehrern in den kommenden acht Jahren auf rund 25.000, prognostiziert die Studie. Der Anteil des fachgerecht erteilten Unterrichts falle von 43 Prozent auf 39 Prozent im Durchschnitt. Die wachsende Lücke entstehe einerseits dadurch, dass altersbedingt mehr Musiklehrkräfte ausscheiden als Nachwuchskräfte einsteigen. Andererseits würden wegen der steigenden Zahl von Grundschulkindern mehr Lehrkräfte gebraucht.

"Das Ergebnis dieser Studie ist ein Weckruf", erklärte der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner. "Wenn Politik und Gesellschaft jetzt nicht handeln, ist die musikalische Bildung an Grundschulen bald Vergangenheit – und damit ein zentraler Baustein für die Persönlichkeitsbildung Heranwachsender." Musikalische Bildung gehöre zu den elementaren Kulturtechniken einer humanen Gesellschaft. Deshalb seien die Parlamente und Regierungen der Länder aufgefordert, die finanziellen Voraussetzungen für eine qualifizierte und kontinuierliche musikalische Bildung zu schaffen.

Die Ergebnisse der Studie "Musikunterricht in der Grundschule – Aktuelle Situation und Perspektive" basieren auf Angaben der Länder sowie der Kulturministerkonferenz und des Statistischen Bundesamtes. Bayern und das Saarland haben keine ausreichenden Daten zur Verfügung gestellt.

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(wa)

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