Joshua Bell – Poesie der Unruhe

30. März 2012 - 08:33 Uhr

Sonntag, 01. April 2012 / 16:05 – 17:00 Uhr
ARTE

Dokumentation (Deutschland 2007) Ein lausbübisches Gesicht und ein charmantes, fast schüchternes Lächeln: Dem amerikanischen Stargeiger Joshua Bell, geboren 1967, steht der Ruhm nicht ins Gesicht geschrieben: Bell hat einen Oscar eingespielt, vier Grammys gewonnen, fast 30 Alben aufgenommen. Er gibt über 200 Konzerte im Jahr, weltweit, und besitzt eine vier Millionen Dollar teure Stradivari. Wer Joshua Bell privat begegnet, ist erstaunt über seine Natürlichkeit, seine nachdenkliche Art und sein unbändiges Interesse. Perfektionist par excellence und immer in Bewegung.

Joshua Bell

"Joshua Bell – Poesie der Unruhe" begegnet dem einzigartigen Menschen hinter der Violine außerhalb des Rampenlichts. Der amerikanische Künstler zeigt sich privat. Freunde und Familie geben Einblick in sein Leben. Und Archivmaterial führt den Zuschauer dabei noch näher an die Person Bells heran. Der Film begleitet ihn auf Konzerten, bei Proben und durch seinen gleichermaßen ungewöhnlichen und aufregenden Arbeitsalltag. Die Dokumentation ist eine filmästhetisch hochwertige Hommage an einen der bedeutendsten Geigenvirtuosen unserer Zeit.

"Wenn jemand aufrichtig an jede Note glaubt, die er spielt, dann hört sich das authentisch an", ist Bell überzeugt. Der Geiger berührt seine Zuhörer mit den Emotionen, die er in die Musik legt. Und der Klang seiner Stradivari ist so intensiv und so prägnant wie er selbst. Eine Leidenschaft, die Bell auch gerne weitergeben möchte. Deshalb engagiert er sich in Schulprojekten dafür, Kinder für die Musik zu begeistern und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen.

Gerade mal 14 Jahre alt war Bell, als er sein Debüt mit Riccardo Muti und dem Philadelphia Orchestra gab. Im gleichen Jahr spielte er auch in der Carnegie Hall. Und war von diesem Zeitpunkt an nicht mehr zu stoppen. Christoph von Dohnányi, Roger Norrington, Seiji Ozawa, Esa-Pekka Salonen und viele mehr: Joshua Bell arbeitete schon mit zahlreichen renommierten Dirigenten und großen Symphonieorchestern zusammen.

Crossover-Projekte gehören genauso in Bells musikalischen Kosmos wie klassische Stücke: Nach der Arbeit an "West Side Story" unternahm Bell einen Ausflug in die Bluegrass-Szene. 1998 spielte er die Musik zu François Girards Film "Die rote Violine" ein. Der Filmkomponist, John Corigliano, wurde 1999 für seine Musik mit einem Oscar ausgezeichnet.

Musikalisch wird Joshua Bell oft mit Jascha Heifetz verglichen. Die Kritiker loben Bells "formvollendete Brillanz", die "übersprühende Virtuosität" und seinen "leuchtenden, zarten, schlanken, reinen Ton". Den hat er unter anderem auch bei CD-Aufnahmen der Violinkonzerte von Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy und Sibelius unter Beweis gestellt.

(pt/wa)

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