Staatstheater Mainz zeigt "Geisterspiel" zu Beethoven

13. Juni 2020 - 23:58 Uhr

Mainz (MH) – Zum 250. Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven wollte das Staatstheater Mainz einen spartenübergreifenden Abend realisieren. Nachdem die Proben im Mai wegen der Corona-Pandemie eingestellt werden mussten, haben Regisseur Jan-Christoph Gockel und Generalmusikdirektor Hermann Bäumer mit dem ZDF und 3sat eine gemeinsame Fernseh-Koproduktion entwickelt: "Beethoven – ein Geisterspiel". Nach der Vorab-Online-Premiere am Samstagabend wird das Stück am Sonntag um 11:40 Uhr in 3sat uraufgeführt.

"Beethoven - ein Geisterspiel"

"Beethoven – ein Geisterspiel"

Gockel, der auch die TV-Regie übernommen hat, fand im Motiv von Beethovens Isolation, in der er lange Phasen seines Lebens verbrachte, eine dramatische Parallele zum "Social Distancing" der heutigen Theaterkünstler und Musiker.

Als Ergebnis fand die Fernseh-Theater-Performance ohne Publikum im Staatstheater statt und verwendete vorproduziertes Film- und Tonmaterial. Zu sehen ist die gewaltige Puppenbühne von Julia Kurzweg, die als rasante Mischung aus Revue-Palast, Beethoven-Merchandising, seinem begehbaren Gehörgang und offener Stube überzeugt. Der Bau lässt Kamerafahrten aus der Höhe zu, die verschiedene Zeitgenossen Beethovens und den Komponisten selbst in ihrer extremen Abgeschlossenheit in den Fokus rückt.

Durch die assoziative Schau führt Beethovens erster Biograf und "Geheimsekretär" Anton Schindler alias Rüdiger Hauffe, der Beethovens Geliebte Bettina von Arnim (Anika Baumann), Beethoven selbst (Vincent Doddema), dessen Höhrrohr-Fabrikant Johann Nepomuk Mälzel, eine Beethoven-Statue in Gestalt des Baritons Michael Dahmen und Puppenbauer Michael Pietsch samt Beethoven-Marionette zu bändigen versucht. Das Vorhaben misslingt, die Spieler verlassen die Bühne und zurück bleibt unter dem Stichwort "Beethoven allein zu Haus" im zweiten Teil das große Solo für den Komponisten und sein Heiligenstädter Testament. Dazu dirigiert GMD Bäumer ein virtuell vorher eingespieltes Orchester, dessen Solisten auf Bildschirmen zu sehen sind. Am Ende des 80 Minuten langen Films begleitet Gockel 20 Beethoven-Figuren filmisch in viele Städte der Erde, um die spontane Reaktion der Menschen auf den berühmtesten Komponisten der Welt zu dokumentieren.

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(bb/wa)

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