Musikschulen in Rheinland-Pfalz fürchten um Existenz

12. August 2020 - 19:06 Uhr

Ludwigshafen/Berlin (MH) – Die öffentlichen Musikschulen in Rheinland-Pfalz sehen sich substantiell gefährdet. Wegen der Corona-Krise habe sich die Finanzsituation drastisch verschärft, teilte der Landesverband am Mittwoch mit. Zudem würden Strukturschwächen deutlich sichtbar. "Die öffentlichen Musikschulen kommen in ihrer Entwicklung jetzt an einen Wendepunkt, an dem sich entscheiden wird, ob diese Einrichtungen weiterhin einen dauerhaften Platz im Bildungs- und Kulturangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene behalten werden oder in die Existenzgefährdung abrutschen", hieß es.

Musikinstrumente

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In der Folge könnte es zu großen Einschränkungen in der Kooperation von Musikschulen mit allgemeinbildenden Schulen, Kindertagesstätten und Musikvereinen kommen sowie zu einem deutlich reduzierten Kulturangebot. Daher werde der Vorstand des Landesverbandes Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden, den kulturpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen und dem Kultusministerium führen.

Die Probleme seien umfassend, erklärte der Verband. Die Landesförderung sei dauerhaft zu gering, und die Kommunen hätten immer weniger Spielräume bei den freiwilligen Leistungen. Wegen fehlender Berufsperspektiven für Musikschullehrer beginne ein Fachkräftemangel, während gleichzeitig der Anteil an Honorarkräften zu hoch sei. Stetig steigende Unterrichtsgebühren führten zum Ausschluss ganzer Bevölkerungsgruppen, was letztlich einen Verlust an Bildungsgerechtigkeit bedeute.

Über Zukunftsoptionen wollen die öffentlichen Musikschulen Rheinland-Pfalz auf ihrer Mitgliederversammlung am 27. November diskutieren.

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(wa)

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