Im Herzen des Lichts: Die Nacht der Primadonnen

13. April 2012 - 08:02 Uhr

Sonntag, 15. April 2012 / 01:15 – 02:30 Uhr
ARTE

Dokumentarfilm (Frankreich 2002) Zwölf Diven des Gesangs aus aller Welt kommen bei Taormina auf Sizilien für eine Nacht zusammen und lassen ihre einzigartigen Stimmen erklingen. Diese ungewöhnliche Idee des österreichischen Künstlers André Heller hat Oscar-Preisträger Pepe Danquart mit der Kamera festgehalten, nicht als bloßes Abbild, sondern als visuelles und akustisches Erlebnis.

Die Nacht der Diven

Alle 33 Jahre versammeln sich weibliche Meisterstimmen unterschiedlichster Stile und Kulturen, um einander in einer geheimen Höhle auf Sizilien mit der Macht der Gesänge zu ermutigen und energetisch aufzuladen. Das Ritual dauert von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Der Dokumentarfilm zeigt 70 Minuten dieser Nacht. Keine Belehrungen und Erklärungen zerstören die Spannung. Keine ethnologische Feldstudie wird durchgeführt, keine Konferenzen abgehalten, sondern charismatische Künstlerinnen zelebrieren ein Fest der Stimmen, das zwischen Euphorie und Melancholie oszilliert. Sie kreieren ein ideales Ereignis für Zuschauer und Zuhörer, die zur Hingabe an ein Kunstwerk bereit sind und substanzielle Alternativen zu den, häufig kurzlebigen, Videoclip-Hysterien suchen.

Manchmal gibt es glückliche Konstellationen: Der österreichische Künstler André Heller und der deutsche Oscar-Preisträger Pepe Danquart haben im Jahr 2002 zwölf der bedeutendsten zeitgenössischen Sängerinnen – von der Primadonna Assoluta der Klassik Jessye Norman zu Afrikas exzentrischer Liedkönigin Amy Koita, von Israels betörender Stimme Noa zur First Lady des Jazz Dee Dee Bridgewater – mit der Kamera durch diese ungewöhnliche Nacht begleitet. Und Patrick Woodroffe, einer der bedeutendsten Lichtdesigner der Welt, hatte sich für dieses Experiment extra eine 14-tägige Auszeit von den Proben für die Rolling-Stones-Tournee genommen.

(pt/wa)

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