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Berliner Philharmonie ab November mit mehr Plätzen

18. September 2020 - 20:46 Uhr

Berlin (MH) – Die Berliner Philharmonie kann ab 1. November im Großen Saal wieder bis zu 1.000 Besucher empfangen. Damit sind 45 Prozent der Plätze im "Schachbrettmuster" verfügbar. "Die Auslastung ist kein Selbstläufer", sagte Intendantin Andrea Zietzschmann am Freitag in Berlin. Das Publikum sei in der Corona-Krise "noch sehr zurückhaltend" und müsse erst wieder Vertrauen fassen. Technisch sei das Haus gut aufgestellt, die Klimaanlage werde mit 100 Prozent Frischluft betrieben.

Kirill Petrenko, Andrea Zietzschmann, Olaf Maninger

Petrenko, Zietzschmann, Maninger

In diesem Jahr rechnen die Philharmoniker mit einem Defizit von zehn Millionen Euro. Bund und Land hätten signalisiert, dass sie dafür einspringen, sagte Zietzschmann. Auch in den kommenden Jahren rechne sie mit finanziellen Problemen.

Wegen der Abstandsregelungen auf der Bühne kann das Orchester vorerst mit höchstens 67 Musikern spielen. "Wir können viele Abstriche machen, auch finanziell, aber nicht künstlerisch", betonte Chefdirigent Kirill Petrenko. Da sich die Vorschriften laufend ändern können, bereite er bei zwei Konzerten jeweils zwei Programmvarianten vor. "Ich habe dabei den größten Nachteil, ich muss beide Programme lernen", sagte er.

Durch die schwierigere Probensituation in den letzten Monaten habe er die Musiker des Orchesters teilweise noch besser kennenlernen können, berichtete Petrenko. Zudem habe er einige noch lebende Komponisten entdeckt, die er künftig vermehrt aufführen will, etwa die US-Amerikanerin Julia Wolfe oder den Ukrainer Valentin Silvestrov.

Das traditionelle Silvesterkonzert werde in diesem Jahr "mit etwas anderen Tönen" als gewohnt erklingen. Da das Themenland Spanien von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen wurde, werde das Konzert nachdenklicher und sensibler. Das habe er "weniger als Dirigent, mehr als Kirill Petrenko" angeregt.

Für das Orchester gebe es in der Corona-Zeit keine neue Normalität, sondern einen Paradigmenwechsel, sagte Medienvorstand Olaf Maninger. So habe die Krise gezeigt, dass Programme nicht unbedingt drei Jahre im voraus geplant werden müssen, sondern flexibler auf aktuelle Ereignisse reagieren können.

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(wa)

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