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Opernkonferenz gegen Vertragsauslauf von Kölner Intendantin

01. Dezember 2020 - 14:30 Uhr

Frankfurt am Main/Berlin (MH) – Die Deutschsprachige Opernkonferenz (DOK) protestiert gegen die Ankündigung von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), den Vertrag mit Opernintendantin Birgit Meyer nicht über 2022 hinaus zu verlängern. Diese Entscheidung sehe man mit großer Sorge, erklärte der Vorsitzende der DOK, Bernd Loebe, in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an Reker.

Birgit Meyer

Birgit Meyer

Für die Planung einer Spielzeit benötige ein neuer Intendant mindestens zwei bis drei Jahre Vorlauf. "Einen möglichen Nachfolger 2021 mit der Planung für 2022 zu beauftragen, wird nach unseren Erfahrungen zu keinem künstlerisch befriedigenden Ergebnis führen", hieß es in dem Schreiben. Zudem müssten Entscheidungen über die Verträge des künstlerischen Personals aus tarifrechtlichen Gründen bereits im Juni 2021 getroffen werden.

Meyer ist seit 2012 als Intendantin für die künstlerische Leitung der Oper Köln verantwortlich. Seitdem wird das Haus am Offenbachplatz saniert, und die Oper spielt im Interim. Die Stadt geht derzeit davon aus, dass die Schlüssel für den Stammsitz im 3. Quartal 2023 übergeben werden können. Reker sprach sich dafür aus, dass die Oper nach der Rückkehr "mit einer neuen Handschrift beginnt".

Mit ihrem Einsatz bei der Erschließung des Staatenhauses als Ausweichquartier habe die Intendantin dazu beitragen, dass die Oper Köln in der Zeit nicht hinter den anderen großen Häusern habe zurückstehen müssen, betonte die Opernkonferenz. "Es wäre unser Wunsch, diese Leistung dadurch anzuerkennen, dass Frau Meyer nicht nur den äußerst komplexen Spielbetrieb in der Ersatzspielstätte bis zum Ende begleitet, sondern auch das sanierte Opernhaus eröffnen kann." Das wäre auch für die Organisation eines reibungslosen Umzugs an den Stammsitz hilfreich.

Die Deutschsprachige Opernkonferenz verbindet die 13 größten Opernhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie als assoziierte Mitglieder das Royal Opera House in London, die Opéra National de Paris und die Mailänder Scala.

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(wa)

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