Modest Moussorgski, Bilder einer Ausstellung

09. Mai 2012 - 08:03 Uhr

Sonntag, 13. Mai 2012 / 16:25 – 17:15 Uhr
ARTE

Dokumentation (Frankreich 2011, Erstausstrahlung) 1873 starb der Maler Viktor Hartmann. Ein Jahr später setzte der Komponist Modest Mussorgski seinem Freund und dessen Bildern ein musikalisches Denkmal. Es wurde zu einem der größten Erfolge in der Musikgeschichte. Der Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" gehört zu den ganz berühmten Werken des klassischen Repertoires. Er ist einer der meistgespielten Klavierklassiker, aber noch bekannter ist die Orchesterfassung von Maurice Ravel.

Modest Moussorgski

"Bilder einer Ausstellung" beschreibt in einzelnen, etwa dreiminütigen Sätzen zehn Gemälde und Zeichnungen. Diese sind durch das wiederkehrende Motiv des Ausstellungsrundgangs ("Promenade") miteinander verbunden. Wie Hartmann war auch Mussorgski ein glühender Verehrer der russischen Seele. So hat jeder Satz seine eigene Farbe; häufig werden Motive aus dem russischen Volksgut aufgegriffen, darunter die Hexe Baba-Jaga und deren Hütte auf Hühnerfüßen oder auch das Heldentor in der alten Hauptstadt Kiew.

Nach dem Tod seines Freundes und Vertrauten, des Malers und Architekten Viktor Hartmann, war Mussorgski in eine tiefe Krise geraten. Einige Monate später besuchte er eine Ausstellung zu Ehren des verstorbenen Künstlers und schuf ganz im Geist der französischen "musikalischen Denkmäler" ein Werk, das von den Zeichnungen und Bühnenentwürfen seines verstorbenen Freundes inspiriert war.

Mussorgski komponierte das Werk im Frühling 1874 innerhalb von nur drei Wochen. Er schuf eine bisher ungekannte musikalischen Form, wenngleich stellenweise Anleihen an Werke wie Robert Schumanns "Carnaval" oder "Papillons" anklingen. Die Komposition ist ein herausragendes Beispiel der russischen Programmmusik, die außermusikalische Bereiche wie Dichtung, Malerei, Bildhauerei oder Natur "vertonte".

Die Dokumentation setzt sich mit der Entstehungsgeschichte des Werks und seinen verschiedenen Adaptionen auseinander und beleuchtet das Leben des russischen Komponisten. Das Hintergrundmaterial liefert reichhaltige Archivaufnahmen und Gespräche, unter anderem mit dem Musikwissenschaftler und Mussorgski-Biografen Marcel Marnat, dem Pianisten und Dirigenten Wladimir Aschkenasi, dem Dirigenten Leonard Slatkin sowie dem Geiger und Musikpädagogen Michail Kasinik.

(pt/wa)

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