Giordanos "Fedora"-Thriller an Oper Frankfurt erfolgreich

03. April 2022 - 22:57 Uhr

Frankfurt am Main (MH) – Einhellige Zustimmung erntete die Oper Frankfurt am Sonntagabend mit Umberto Giordanos "Fedora" in einer neubesetzten Übernahme der Christof Loy-Produktion von der Königlichen Oper Stockholm. Obwohl es keine Zugangskontrollen, Kartenbeschränkungen und auch keine Pflicht mehr zum Maskentragen gab, schien das Publikum lieber auf Nummer sicher zu gehen. Nur wenige Mutige setzten sich ohne eine FFP2-Maske ins dichte Gewühl der sehr gut besuchten Premiere.

"Fedora"

"Fedora"

Es hätte kaum einen besser geeigneten Verismo-Schocker geben können, um das Publikum zurück ins Opernhaus zu locken. Bietet doch der 1898 in Mailand uraufgeführte Dreiakter nach Victorien Sardou in nur knapp 100 Kolportage-Minuten ein Höchstmaß an Liebeswirren, Fürsten-Dramen, Duellen, Geheimpolizeiermittlungen, unschuldigen Mordopfern und eine tragische Selbstvergiftung der Titelheldin aus edelmütiger Reue. Ein geradezu triefendes, im russischen Adelsmilieu angesiedeltes Sujet, in dem sich der auftrumpfende chilenisch-amerikanische Tenor Jonathan Tetelmann als tragischer Mörder Loris Ipanow spürbar in seinem ureigensten Element fühlte.

Aristokratisch zurückhaltender, dafür stimmlich von edler Schönheit, sang Nadja Stefanoff in ihrem Frankfurt- und Rollendebüt eine geheimnisvolle Fedora, während die beiden Ensemblestars Nicholas Brownlee als französischer Diplomat und Bianca Tognocchi in der Rolle der quirligen Gräfin Olga Sukarew mit spritzigen Einlagen brillierten. Einen großen Auftritt im Panoramafenster hinter der üppigen Brokattapete Herbert Murauers hatte Chopin-Wiedergänger Mariusz Klubczuk, dessen Notturno Giordano als raffinierte Live-Untermalung für ein Mordgeständnis einsetzt.

Am Pult verordnete Lorenzo Passerini dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester sehnsuchtsvolle Streichertremoli und inniges Schwelgen in süffig-schwülem Verismo, während er sie rhythmisch sicher durch die zahlreichen rezitativischen Teile leitete.

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(bb/wa)

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