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Musik und Gehirn

03. Juli 2012 - 08:07 Uhr

Donnerstag, 05. Juli 2012 / 20:15 – 22:00 Uhr
3sat

Der Donnerstag bei 3sat steht im Zeichen der Wissenschaft. Zuerst untersucht eine Dokumentation, warum Menschen Musik machen. Anschließend diskutiert Gert Scobel mit Gästen über die Frage, wie Klänge unser Verhalten beeinflussen.

Musik – Feuerwerk im Gehirn (20:15 – 21:00 Uhr)

Dr. Blake Papsin

Dokumentation (Kanada 2012, Erstausstrahlung) Vor 20 Jahren dachte man, Musik aktiviere nur die rechte Hirnhälfte. Heute weiß man, dass sie auf jede Region wirkt. Der Hör-Sinn entwickelt sich beim ungeborenen Kind als zweiter Sinn, gleich nach dem Tastsinn. Weil der Mensch seine Ohren im Gegensatz zu den Augen nicht schließen kann, überlagert er störende Geräusche mit solchen, die er als angenehm empfindet – zum Beispiel mit Musik.

Doch es gibt Menschen, die zwar gut hören, aber Musik nicht als Musik erkennen können. Sie leiden unter "Amusie". Das bedeutet, sie können zwar die Lautstärke und den Rhythmus wahrnehmen, nicht aber die Höhe der einzelnen Töne, die Melodie. Diese Fehlleistung des Gehirns ist entweder angeboren oder durch spätere Schädigungen entstanden.

Die Dokumentation von Elise Swerhone geht der Frage auf den Grund, warum Menschen Musik hören und machen – eine Reise durch das Ohr direkt ins Gehirn.

scobel: Musik und Gehirn (21:00 – 22:00 Uhr)

Diskussion (Deutschland 2012, Erstausstrahlung) In Wohnungen, Kaufhäusern, Autos, Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen – überall erklingt Musik. Von der Geburt bis zum Tod begleiten den Menschen Töne, Rhythmen und Melodien. Sie können unterschiedliche Empfindungen auslösen und gewünschte Stimmungen erzeugen: Nostalgie, Freude, Trauer, Wut, Angst, Euphorie, Entspannung, Glücksgefühle und dergleichen mehr.

Gert Scobel

Die Regulation der Stimmungen mithilfe von Musik ist ein wesentlicher Grund für die häufige Nutzung des Mediums im Alltag. In der Zivilisationsgeschichte ist Musik eine wichtige Säule der Kultur. Musiziert wird in allen Ländern und Mentalitäten, und der Gesang ist eine der frühesten, sprachlich-musikalischen Ausdrucksweisen der Menschen. Musik steigert vor allem das Wohlbefinden und schafft Verbundenheit mit Gleichgesinnten. Wenn der Hörsinn für Identität und Sozialisation also wertvolle Dienste leistet, dann ist die Wirkung des Musikkonsums und des Musizierens gesellschaftlich nicht zu unterschätzen.

Wie aber wirken sich beide Formen – rezeptives und aktives Musikerleben – auf das Verhalten und das Gehirn aus? Macht Musik schlau? Kann klassische Musik kognitive Leistungen verbessern? Wie verändern Klänge unsere Emotionen und beeinflussen unser Verhalten? Da das individuelle Wohlbefinden nicht nur gut für die Seele ist, sondern auch das Immunsystem stärkt, wird Musik in vielfältiger Weise auch für den Heilungsprozess von Kranken genutzt. Was kann Musik im therapeutischen Bereich bewirken?

Gert Scobels Gäste sind der Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikmedizin in Hannover, Eckart Altenmüller, der Musikpsychologe Stefan Koelsch und der Pianist Martin Stadtfeld.

(pt/wa)

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