3D-Audio-Oper "Neither" als Berlin-Premiere

11. Juli 2012 - 09:12 Uhr

87 Wörter Libretto, 50 Minuten Musik, 1.400 Taktwechsel und eine Sopranstimme, die so hoch singt, dass die Wörter bis zur Unkenntlichkeit in Klängen verschwimmen. Morton Feldman schrieb mit "Neither" eine "Anti-Oper" auf Grundlage von 87 Wörtern, die Samuel Beckett ihm zuvor auf eine Postkarte gekritzelt hatte. Feldman verarbeitete die heillos in sich verkeilten Wortverschachtelungen zu einer sphärischen Komposition für großes Orchester und Sopran.

Eir Inderhaug

Heute, 35 Jahre später, inszeniert das Künstlernetzwerk phase7 "Neither" mit modernster Audiotechnik als erste 3D-Audio-Oper für virtuelles Orchester und Sopran als ein Bild der Verlorenheit medialer Zwischenexistenzen. Die norwegische Sopranistin Eir Inderhaug singt inmitten eines Oktagons von 72 Lautsprechern, umspielt von körperlosen Instrumenten, die sich dreidimensional im Raum bewegen. Immer neue Lichtskulpturen lassen die Sängerin mal zur Lichtgestalt erstrahlen, mal zur virtuell Gefangenen werden – ein Spiel mit der Wahrnehmung des Zuschauers beginnt…

"Neither" ist am Donnerstag, 12. Juli 2012, als Berlin-Premiere im Radialsystem V zu erleben. Weitere Vorstellungen folgen am Freitag und Sonntag. Am 12. und 15. Juli wird zudem Christian Steinhäusers Neukomposition für 3D-Orchester "Delusions II" uraufgeführt. Karten zum Preis von 22 Euro (ermäßigt 14 Euro) sind online oder telefonisch (030 / 288 788 588) erhältlich.

(pt/wa)

Link:

http://www.radialsystem.de/

 

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