"Ankunft: Neue Musik" bringt Berliner Hauptbahnhof zum Klingen

08. August 2012 - 16:36 Uhr

"Ankunft: Neue Musik" heißt es im Berliner Hauptbahnhof ab 22. August. Dann sorgen über 100 Künstler bei Reisenden und Besuchern für ungewohnte Hörerlebnisse. 30 Veranstaltungen bieten bis zum 01. September 2012 zeitgenössische Musik verschiedenster Genres. Das Festival wird bereits zum vierten Mal von der Zeitgenössischen Oper Berlin präsentiert. Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei.

Atlas Eclipticalis

In Konzerten, Filmen und Performances erleben und ermöglichen Musiker, Klangkünstler, Tänzer, Sänger und Bildende Künstler eine ganz neue Publikumsnähe. Das Spektrum der Formationen reicht von Soloperformance über Kammermusikensemble bis zu einem ganzen Orchester. Am Vorabend (22. August, 21:00 Uhr) des Festivals lädt die Contemporary Tangonight wie jedes Jahr zu einer Milonga mitten im Hauptbahnhof ein.

Die offizielle Eröffnung bestreitet das Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf unter der Leitung von Jobst Liebrecht. Das Orchester ist bundesweit für seine innovative Programmgestaltung bekannt. Am Stadtrand von Berlin leistet es, trotz andauernder Existenzkämpfe, eine beeindruckende Kulturarbeit. Sein besonderer Schwerpunkt sind Uraufführungen bekannter Komponisten. Im Hauptbahnhof präsentieren sich die 40 jungen Musiker mit Werken von Hans Werner Henze, John Cage und Jan Müller-Wieland (23. August, 19:00 Uhr).

Werken von John Cage begegnet man auch in den Programmen des Trios klakk+plus (26. August) und der Berlin String Construction (01. September) sowie in der Raga-Performance von Amelia Cuni und Werner Durand (27. August). Eine szenische Aufführung von Cages Stück "Atlas Eclipticalis" präsentiert das modern art ensemble am 31. August. Eine Referenz an den Cage-Freund und -Kollegen Morton Feldman ist die Aufführung seines Werkes "For Philip Guston" unter der Leitung von Arno Waschk. Das Konzert ist nicht nur durch seine Länge ungewöhnlich – viereinhalb Stunden. Es wird auch zu ungewöhnlichen Zeiten gespielt: am 29. August ab 05:00 Uhr morgens und am 30. August ab 22:00 Uhr.

Im "Musik-Kino" sind täglich (15:00 – 16:00 Uhr) Kurzfilme und Dokumentationen der Zeitgenössischen Oper Berlin zu sehen, die eine neue Nähe zwischen Bild und Musik anstreben. Auf dem Programm steht unter anderen die Verfilmung von Morton Feldmans Komposition "I met Heine on the Rue Fürstenberg", die bereits auf internationalen Filmfesten gezeigt wurde.

Ist es im Bahnhof nicht zu laut, um Musik aufzuführen? Tatsächlich ist der urbane Sound von Reisenden und Zügen für die Beteiligten immer wieder eine Herausforderung. Doch oft mischen sich Musik und Stationsgeräusche auf perfekte Weise. Dann spielt der Bahnhof sogar mit! Das komplette Programm ist online abrufbar.

(wa)

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Link:

http://www.ankunftneuemusik.de/

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